Gold (XAU/USD) gibt am Donnerstag nach und beendet damit eine vier Tage andauernde Gewinnserie, da sich der US-Dollar (USD) erholt, während die Ölpreise angesichts der zunehmenden Spannungen im Nahen Osten ihre Gewinne ausbauen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels notiert XAU/USD bei rund 4.090 USD, nachdem es am Mittwoch ein Zwei-Wochen-Hoch von 4.165 USD erreicht hatte.
Die Vereinigten Staaten (US) führten in der zwölften Nacht in Folge Angriffe gegen den Iran durch, während Teheran mit Angriffen auf US-Militärbasen in Jordanien und Bahrain reagierte.
Die Unterbrechungen der Ölversorgung rund um die Straße von Hormus haben sich nun auf die Bab-al-Mandab-Straße ausgeweitet, nachdem die Huthi im Jemen zwei saudische Öltanker im Roten Meer angegriffen hatten.
Die jüngste Eskalation trieb das Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) auf den höchsten Stand seit dem 11. Juni; zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels wird es bei rund 89,50 USD pro Barrel gehandelt, was seit Monatsbeginn einem Plus von rund 28 % entspricht.
Der Anstieg der Energiekosten verstärkt die Inflationssorgen und untermauert die Erwartungen, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinssätze später in diesem Jahr anheben könnte.
Die Märkte preisen inzwischen eine höhere Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed auf der Sitzung im September ein, wobei die Wahrscheinlichkeit laut CME FedWatch Tool bei 78 % liegt, nach 52 % vor einer Woche.
Infolgedessen scheinen Händler zurückhaltend zu sein, aggressive bullische Positionen in Gold aufzubauen, da das Edelmetall weiterhin Gegenwind durch hawkishe Fed-Erwartungen, einen insgesamt stärkeren US-Dollar und erhöhte Renditen von US-Staatsanleihen erfährt.
Die Benchmark-Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen notiert bei rund 4,64 % und damit auf dem höchsten Stand seit dem 20. Mai. Höhere Renditen belasten Gold tendenziell, da sie die Attraktivität zinstragender Anlagen erhöhen.
TD Securities warnt, dass "das höhere Zinsumfeld darauf hindeutet, dass das gelbe Metall erneut auf die Unterstützung bei rund 3.900 USD je Unze zurückfallen könnte, bevor etwa zwölf Monate von jetzt an neue Höchststände erreicht werden."

Auf dem Tages-Chart hält sich XAU/USD über dem 21-Tage-Simple-Moving-Average (SMA) bei 4.070 USD, bleibt jedoch unter dem 50-Tage- und dem 100-Tage-SMA, wodurch der kurzfristige Ausblick neutral bleibt.
Die nahe horizontale Barriere bei 4.200 USD verstärkt dieses Überangebot oberhalb des Marktes und deutet darauf hin, dass die Bullen einen entscheidenden Durchbruch durch diese Zone benötigen, um wieder klarere Kontrolle zu erlangen.
Der Relative Strength Index (RSI) um 47 bleibt nahe seiner Mittellinie und deutet auf ein ausgeglichenes Momentum hin, während der Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Indikator positiv bleibt, was eine Konsolidierung mit leichtem Aufwärtstrend eher begünstigt als einen klaren Trend.
Auf der Oberseite liegt der anfängliche Widerstand bei der horizontalen Marke von 4.200 USD, gefolgt vom 50-Tage-SMA bei 4.242 USD. Ein Tagesschluss darüber würde den Weg in Richtung der nächsten Hürde bei 4.400 USD und der längerfristigen Begrenzung durch den 100-Tage-SMA nahe 4.490 USD öffnen.
Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung beim kurzfristigen Boden um den 21-Tage-SMA bei 4.070 USD, gefolgt von der psychologischen Marke von 4.000 USD. Ein Bruch unter diese letztgenannte Marke würde trotz des derzeit neutralen Bias ein tieferes Retracement-Risiko eröffnen.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.