US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) steigt am Donnerstag um mehr als 5 %, da die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten die Versorgungsrisiken verschärfen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wird WTI bei rund 90,35 USD pro Barrel gehandelt, dem höchsten Stand seit dem 11. Juni.
Der Rohstoff hat in diesem Monat bislang rund 30 % zugelegt, nachdem die Spannungen zwischen den USA und Iran erneut aufgeflammt sind. Die jüngste Rally gewann an Schwung, nachdem die Huthi im Jemen erklärten, sie hätten zwei saudische Öltanker in der Nähe der Bab-al-Mandab-Straße angegriffen, was den Ölpreisen eine frische geopolitische Risikoprämie verlieh.
Teheran beharrt darauf, dass die Straße von Hormus unter seine Souveränität fällt. Die Revolutionsgarden des Iran erklärten, die Passage sei "vollständig geschlossen", solange die US-Militäroperationen andauern, und warnten, dass Schiffe ohne Abstimmung mit den iranischen Behörden nicht passieren dürften.
Auf dem Tageschart behält US-Öl WTI einen bullischen kurzfristigen Bias bei, da es über den 21-Tage-, 50-Tage- und 100-Tage Simple Moving Averages (SMAs) notiert, die sich ungefähr zwischen 75,50 USD und 88,20 USD bündeln.
Der Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Indikator liegt deutlich über der Nulllinie und steigt weiter an, während der Relative Strength Index (RSI) bei 71 in den überkauften Bereich eingetreten ist, was auf ein starkes Aufwärtsmomentum hindeutet, aber auch darauf schließen lässt, dass die Rallye kurzfristig überdehnt sein könnte.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand an der horizontalen Barriere nahe 95,00 USD, vor einer höheren Begrenzung um 105 USD. Auf der Unterseite ergibt sich unmittelbare Unterstützung am 100-Tage-SMA nahe 88,20 USD, gefolgt vom 50-Tage-SMA bei etwa 82,40 USD und dem horizontalen Niveau bei 80,00 USD; tiefere Rücksetzer würden den 21-Tage-SMA um 75,52 USD freilegen, bevor der weiter entfernte strukturelle Boden bei 67 USD erreicht wird.
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WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.