Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), erläutert die Entscheidung der EZB, die Leitzinsen auf der geldpolitischen Sitzung im Juli unverändert zu lassen, und beantwortet Fragen der Presse.
"Jüngste Daten deuten auf eine gewisse Verbesserung der wirtschaftlichen Aktivität hin."
"Die Aktivität im Dienstleistungssektor hat sich teilweise erholt."
"Digitale Dienstleistungen robust, teilweise dank KI."
"Unternehmen und Haushalte erwarten, dass der Arbeitsmarkt schwächer bleibt als vor dem Konflikt."
"Indikatoren deuten darauf hin, dass die wirtschaftliche Aktivität verhalten bleiben wird."
"Der Energieschock schlägt sich in höheren Preisen nieder."
"Unternehmen erwarten, ihre Verkaufspreise anzuheben."
"Die zugrunde liegende Inflation bleibt gedämpft, die volle Wirkung steht noch aus."
"Umfragen deuten auf ein moderates Lohnwachstum hin."
"Steigende Arbeitsproduktivität trägt dazu bei, das Wachstum der Lohnstückkosten zu begrenzen."
"Die meisten Messgrößen der längerfristigen Inflationserwartungen liegen bei rund 2%."
"Die Energieinflation dürfte die Inflation bis in die erste Hälfte des Jahres 2027 deutlich über dem Ziel halten."
"Danach wird die Inflation zurückgehen."
"Der Konflikt ist eine wichtige Quelle der Unsicherheit."
"Die Risiken für das Wachstum sind nach unten gerichtet."
"Höhere Energiepreise werden auf die Realeinkommen drücken."
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.