Euro hält Gewinne über 1,1400 aufgrund hawkischer EZB-Erwartungen trotz US-Iran-Spannungen

Quelle Fxstreet
  • EUR/USD verzeichnet im frühen asiatischen Handel am Mittwoch leichte Gewinne nahe 1,1405. 
  • Steigende Energiekosten könnten die Inflation wieder anfachen und die Argumente für eine weitere Straffung der EZB-Geldpolitik stärken.
  • Trump schätzte die Aussicht auf sofortige Gespräche mit dem Iran gering ein, während die USA Iran in der elften Nacht in Folge angreifen. 

Das Paar EUR/USD wird im frühen asiatischen Handel am Mittwoch mit leichten Gewinnen um 1,1405 gehandelt. Ein hawkischer Ton der Europäischen Zentralbank (EZB) bietet dem Euro (EUR) gegenüber dem US-Dollar (USD) etwas Unterstützung. Die Händler warten auf die bevorstehende Zinsentscheidung der EZB am Donnerstag. 

Europäische Staatsanleihen legten Anfang dieser Woche breit zu, da ein anhaltender geopolitischer Öl-Schock und die drohende Gefahr einer anhaltend hohen Inflation die Anleger veranlassten, einen restriktiveren Kurs der EZB-Geldpolitik einzupreisen. 

Obwohl allgemein erwartet wird, dass die EZB ihren Einlagenzins bei ihrer geldpolitischen Sitzung im Juli am Donnerstag unverändert bei 2,25 % belässt, zeigten die Geldmärkte einen EZB-Einlagenzins von 2,66 % im Dezember und 2,73 % im Februar 2027 an, gegenüber aktuell 2,25 %. Zudem ist die Zinserhöhung im September laut Reuters vollständig eingepreist. 

Unterdessen schätzte US-Präsident Donald Trump die Aussicht auf sofortige Verhandlungen mit dem Iran gering ein, während sich die beiden Seiten mit Angriffen austauschten und Huthi-Milizen im Jemen den Schiffsverkehr im Roten Meer bedrohten. Trump kündigte am Dienstag an, zu reagieren, falls die vom Iran unterstützte Gruppe diesen Wasserweg stört, ohne jedoch Details zu nennen.

Der oberste gemeinsame Militärstab Irans erklärte laut der Nachrichtenagentur Xinhua, dass Teheran seine Angriffe ausweiten und US-amerikanische sowie alliierte Interessen in der Region ins Visier nehmen werde, falls die USA Irans Nuklearanlagen angreifen. Die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten könnten eine sichere Hafenwährung wie den Greenback stärken und kurzfristig Gegenwind für das wichtige Währungspaar erzeugen. 

Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.

Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.

Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.

Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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