Die Analysten von TD Securities gehen davon aus, dass die US-Notenbank ihren Leitzins bis einschließlich 2026 unverändert lassen wird. Als Gründe nennen sie eine weiterhin über dem Ziel liegende Inflation sowie einen stabilisierten Arbeitsmarkt. Zugleich verweisen sie auf widersprüchliche Signale aus den Reihen der Fed und eine unter der neuen Führung weniger klar vorhersehbare geldpolitische Ausrichtung. Sollte die Notenbank ihre Geldpolitik in diesem Jahr dennoch anpassen, halten die Experten eine Zinserhöhung für wahrscheinlicher als eine Zinssenkung.
„Die Verbraucherpreisdaten für Juni fielen in der vergangenen Woche deutlich schwächer aus als erwartet und deuten darauf hin, dass sich der zugrunde liegende Inflationsdruck bislang nicht unkontrolliert beschleunigt.“
„Der Bericht dürfte die kurzfristigen Inflationssorgen der Fed verringern und unsere Erwartung untermauern, dass die Geldpolitik auf absehbare Zeit unverändert bleibt. Wir haben deshalb unsere kurzfristige Prognose für die Inflation nach unten angepasst und rechnen nun damit, dass die Kerninflation im vierten Quartal 2026 bei 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr liegen wird.“
„Die Äußerungen der Fed-Vertreter vor Beginn der Schweigeperiode zeichneten ein gemischtes Bild der geldpolitischen Aussichten. Fed-Chef Warsh bezeichnete den Inflationsbericht der vergangenen Woche zwar als gute Nachricht, betonte jedoch, dass dies noch lange nicht bedeute, die Mission sei erfüllt. Gleichzeitig blieb er hinsichtlich der Inflationsrisiken vergleichsweise zurückhaltend.“
„Waller hatte sich für eine Zinserhöhung im Juli offen gezeigt, falls die Inflationsdaten überraschend stark ausgefallen wären. Nach dem schwachen Bericht dürfte er nun jedoch eine Zinspause unterstützen. Hammack signalisierte dagegen faktisch eine abweichende Haltung zugunsten einer Zinserhöhung, während Logan ihren restriktiven Kurs beibehielt. Jefferson schlug unterdessen einen neutraleren Ton an.“
„Wir erwarten, dass die Fed über unseren gesamten Prognosezeitraum hinweg an ihrem aktuellen Kurs festhält. Die Inflation dürfte für den Rest des Jahres erhöht bleiben, während sich der Arbeitsmarkt stabilisiert hat. Dadurch kann sich der Offenmarktausschuss (FOMC) stärker auf sein Inflationsmandat konzentrieren.“
„Sollte die Fed ihre Geldpolitik in diesem Jahr dennoch ändern, halten wir eine Zinserhöhung für wahrscheinlicher als eine Zinssenkung. Unter der neuen Führung, die eine weniger klar definierte Reaktionsfunktion verfolgt, wird die Abhängigkeit von den Konjunkturdaten noch stärker darüber entscheiden, welchen geldpolitischen Kurs die Notenbank einschlägt.“