Eine Reuters-Umfrage ergab, dass die Federal Reserve höchstwahrscheinlich die Zinssätze für den Rest des Jahres unverändert lassen wird, da sie gegen hartnäckig hohe Inflation kämpft, die seit mindestens 5 Jahren über dem 2%-Ziel der Fed liegt.
Die Geldmärkte preisen bis Ende des ersten Quartals 2027 zwei Zinserhöhungen ein, begünstigt durch hohe Ölpreise aufgrund des Golfkriegs. Händler sollten beachten, dass Fed-Chef Kevin Warsh erklärte, die Fed sei entschlossen, die Inflation wieder auf ihr 2%-Ziel zu bringen, was darauf hindeutet, dass sie sich klar auf die Inflation und externe Schocks konzentrieren, die die Preise nach oben treiben könnten.
Daten von Prime Terminal zeigen, dass es bei der Sitzung am 29. Juli keine Chance auf eine Zinserhöhung gibt, wobei die Wahrscheinlichkeit für ein Halten bei 77 % liegt. Für die Dezember-Sitzung besteht jedoch eine 81%ige Chance, dass die Fed die Zinsen anheben könnte.

Die Umfrage zeigte, dass 104 Ökonomen keine Änderung des Fed Funds Rate bei der Juli-Sitzung erwarten, während 78 davon ausgehen, dass die Fed die Zinsen für den Rest des Jahres hält. Dennoch gaben 66 % der Befragten an, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung höher ist.
Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.