Die stellvertretende Gouverneurin der Reserve Bank of Australia (RBA), Sarah Hunter, sagte am Mittwoch, dass die Zentralbank nach Bedarf handeln werde, um die Inflation wieder auf das Zielniveau zu bringen, auch wenn der jüngste Ölpreisschock noch keine deutliche Verlangsamung der wirtschaftlichen Aktivität bewirkt hat.
Der jüngste Ölpreisschock hat zu Rückgängen im Verbrauchervertrauen und im Geschäftsklima geführt, aber bisher gibt es nur wenige Anzeichen für eine deutliche Verlangsamung der Aktivität.
Es ist nicht immer richtig, Angebotsschocks zu ignorieren, und es könnte eine Phase niedriger Inflation und höherer Arbeitslosigkeit erforderlich sein, wenn die Inflationserwartungen zu steigen beginnen.
Angebotsschocks schaffen schwierige Zielkonflikte, mindern aber nicht die Bedeutung der Aufrechterhaltung einer niedrigen und stabilen Inflation.
Das Direktorium wird weiterhin nach Bedarf handeln, um sicherzustellen, dass die Inflation zum Ziel zurückkehrt und der Arbeitsmarkt eine nachhaltige Vollbeschäftigung erreicht.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) legt die Geldpolitik des Landes fest und strebt eine Inflationsrate von 2-3 % an. Zinssatzerhöhungen stärken in der Regel den australischen Dollar, während Zinssenkungen ihn schwächen.
Traditionell galt Inflation als nachteilig für Währungen, da sie den Wert des Geldes mindert. In modernen Volkswirtschaften hat sich jedoch gezeigt, dass moderate Inflation zu Zinserhöhungen durch Zentralbanken führt, was wiederum Kapitalzuflüsse aus dem Ausland anzieht. Investoren suchen nach höheren Renditen, was die Nachfrage nach der lokalen Währung – im Fall Australiens den Australischen Dollar – stärkt.
Makroökonomische Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und der Einkaufsmanagerindex (PMI) haben direkten Einfluss auf die Währungen eines Landes. Eine starke Wirtschaft zieht Kapital an und stärkt die heimische Währung.
Quantitative Lockerung (QE) ist ein geldpolitisches Instrument, das in Krisenzeiten eingesetzt wird, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um die Kreditvergabe in der Wirtschaft wieder anzukurbeln. Die Reserve Bank of Australia (RBA) nutzt QE, indem sie australische Dollar druckt, um damit Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Finanzinstituten aufzukaufen. Damit wird den Banken dringend benötigte Liquidität zur Verfügung gestellt. Eine solche Maßnahme führt in der Regel zu einer Abwertung des australischen Dollars.
Quantitative Straffung (QT) stellt das Gegenstück zur quantitativen Lockerung (QE) dar und wird eingeleitet, sobald sich die Wirtschaft erholt und die Inflation wieder anzieht. Während die Reserve Bank of Australia (RBA) im Rahmen der QE Staats- und Unternehmensanleihen aufkauft, um den Finanzmärkten Liquidität zuzuführen, beendet sie bei QT diese Käufe und reinvestiert nicht in fällige Anleihen. Diese geldpolitische Maßnahme wird in der Regel als positiv für den australischen Dollar bewertet.