Das GBP/USD-Paar verliert während der asiatischen Handelsstunden am Mittwoch an Boden und fällt auf rund 1,3355. Der US-Dollar (USD) steigt gegenüber dem britischen Pfund (GBP) angesichts erneuter geopolitischer Spannungen nach den US-Angriffen auf den Iran leicht an. Die Sitzungsprotokolle der Federal Reserve (Fed) vom Juni werden später am Mittwoch veröffentlicht.
Washington startete am Dienstag eine neue Angriffswelle gegen Teheran und widerrief eine Lizenz, die dem Land den Verkauf von Öl erlaubte, nachdem drei Tanker in der Straße von Hormus angegriffen wurden, so Reuters. Die geopolitischen Ängste steigen nach dieser Meldung und stützen den Greenback als sicheren Hafen.
Westpac-Analysten erklärten, dass die Sorgen um die Stabilität des Friedensabkommens wieder aufkamen, nachdem der Iran Schiffe in der Straße von Hormus angegriffen hatte. „Die Sorgen um den Inflationsausblick standen im Fokus, was weltweit zu einem Anstieg der Renditen führte“, schrieben sie.
Das formelle Rennen um die Nachfolge des scheidenden Premierministers Keir Starmer beginnt am 9. Juli. Der Favorit Andy Burnham wird allgemein erwartet, bis zum 20. Juli Premierminister zu werden. Das Cable könnte Unterstützung erhalten, wenn sich die politische Lage im Vereinigten Königreich stabilisiert. Die Anleger preisen das inländische Risiko aus, da Burnham seine Position als designierter Nachfolger von Keir Starmer festigt.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.