Der US Dollar Index (DXY), der den Wert des US-Dollars (USD) gegenüber sechs wichtigen Währungen misst, hält seine Gewinne nach zwei aufeinanderfolgenden Seitwärtstagen und notiert während der europäischen Handelszeit am Dienstag bei rund 100,90. Der Greenback erhielt Unterstützung durch die Nachfrage nach sicheren Häfen angesichts erneuter geopolitischer Spannungen.
Die Spannungen in der Straße von Hormus entstanden nach Berichten, dass Iran am späten Montag mindestens zwei Raketen auf Handelsschiffe abfeuerte, die die strategische Wasserstraße passierten. Während zwei Schiffe erhebliche Schäden erlitten, wurden keine Opfer gemeldet. Separat bestätigte die UK Maritime Trade Operations (UKMTO), dass ein südwärts fahrender Tanker an seiner Backbordseite von einem unbekannten Projektil getroffen wurde, was an Bord ein Feuer auslöste.
Der Aufwärtstrend des Greenback könnte jedoch eingeschränkt sein, da Händler Zinserhöhungen der Federal Reserve in diesem Monat und im September auspreisen. Diese Stimmungsänderung folgte auf einen abkühlenden Beschäftigungsbericht, der zeigte, dass im April, Mai und Juni weniger Arbeitsplätze geschaffen wurden als von der Wall Street erwartet.
Zusätzlich kühlte sich die Geschäftstätigkeit im US-Dienstleistungssektor leicht ab; sie blieb jedoch fest im Expansionsbereich, wobei der ISM Services Einkaufsmanagerindex (PMI) für Juni wie erwartet von 54,5 auf 54,0 sank und damit den Konsensschätzungen entsprach. Innerhalb der Unterkomponenten des Berichts fiel der Preisindex von 71,3 auf 67,7, während der Beschäftigungsindex eine deutliche Verbesserung verzeichnete und aus dem Kontraktionsbereich von 47,9 auf 51,2 anstieg.
Der Greenback könnte Baseline-Unterstützung durch hawkische Äußerungen des Federal Reserve (Fed) Gouverneurs Christopher Waller und robuste inländische Wirtschaftsdaten finden.
Fed’s Waller hält eine moderat wirkungsvollere Rede als üblich, mit einem FXS Speechtracker-Score von 7,1/10 im Vergleich zum etablierten Baseline-Wert von 6,4/10, wobei der Fokus auf der differenzierten Rolle der Forward Guidance liegt. Die Betonung, dass Forward Guidance sowohl die Politikübertragung beschleunigen als auch hinderlich werden kann, wenn sie zu starr ist oder bei hochgradig unsicheren Ergebnissen verwendet wird, signalisiert eine Präferenz für Flexibilität und Datenabhängigkeit statt Vorverpflichtung. Spätere Bemerkungen bekräftigen die Glaubwürdigkeit des 2%-Inflationsziels, lehnen die Nutzung niedriger Zinsen zur Erleichterung der US-Defizitfinanzierung ab und heben veränderte Risiken hervor, da Inflation „abhebt“ und ein stabilisierter Arbeitsmarkt die politische Kalkulation verändern, was allesamt leicht hawkisch für den Dollar tendiert.
Der FXS Fed Sentiment Index steigt um 1,83 Punkte auf 125,72 und festigt eine klare hawkische Haltung deutlich über der neutralen Schwelle von 100. Die Kombination aus einem stärkeren als dem Baseline-FXS Speechtracker-Score und einem Indexniveau, das fest im hawkischen Bereich liegt, deutet darauf hin, dass die Märkte weiterhin eine wachsame Fed-Reaktionsfunktion einpreisen werden, was den Dollar gegenüber Euro und Yen unterstützt.
Der US-Dollar (USD) ist die offizielle Währung der Vereinigten Staaten und in vielen weiteren Ländern als „de facto“-Währung im Umlauf. Er ist die am häufigsten gehandelte Währung weltweit und dominiert mit 88 % des globalen Devisenhandels. Daten von 2022 zeigen, dass täglich ein Handelsvolumen von rund 6,6 Billionen US-Dollar umgesetzt wird. Der US-Dollar löste nach dem Zweiten Weltkrieg das Britische Pfund als Weltreservewährung ab, nachdem der Goldstandard 1971 abgeschafft wurde.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des US-Dollars beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Federal Reserve (Fed) bestimmt wird. Die Fed hat zwei Hauptziele: Preisstabilität (Inflationskontrolle) und Förderung der Vollbeschäftigung. Ihr primäres Werkzeug zur Erreichung dieser Ziele ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Preise zu schnell steigen und die Inflation über dem Ziel von 2 % liegt, erhöht die Fed die Zinsen, was dem Wert des US-Dollars zugutekommt. Fällt die Inflation unter 2 % oder ist die Arbeitslosenquote zu hoch, senkt die Fed möglicherweise die Zinsen, was den Greenback belastet.
In außergewöhnlichen Situationen greift die Federal Reserve auf Maßnahmen wie die quantitative Lockerung (QE) zurück. Dies geschieht, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um das Finanzsystem zu stabilisieren. QE ermöglicht es der Fed, mehr Geld zu drucken und US-Staatsanleihen von Banken zu kaufen, um die Kreditvergabe anzukurbeln. Diese expansive Maßnahme schwächt in der Regel den US-Dollar, da sie die Geldmenge erhöht und das Vertrauen in die Währung senkt.
Quantitative Tightening (QT) stellt den umgekehrten Prozess zu Quantitative Easing (QE) dar. Die US-Notenbank Federal Reserve beendet den Ankauf von Anleihen und investiert die fällig werdenden Rückzahlungen nicht in neue Anleihen. In der Regel wirkt sich dieser Prozess positiv auf den US-Dollar aus.