Der Goldpreis (XAU/USD) verliert am frühen Mittwochmorgen im asiatischen Handel auf rund 4.100 USD an Boden. Das Edelmetall sieht sich nach den US-Drohungen einer Reaktion gegen den Iran infolge von Berichten über Angriffe auf drei Öltanker in und um die Straße von Hormus erneut Verkaufsdruck ausgesetzt. Die Händler warten auf die Veröffentlichung des Protokolls der Juni-Sitzung der Federal Reserve (Fed) später am Mittwoch.
„Die Streitkräfte des US Central Command haben begonnen, eine Reihe von starken Angriffen gegen den Iran zu starten, um hohe Kosten für die gezielten Angriffe auf und die Attacken gegen kommerzielle Schiffe, die von unschuldigen Zivilisten in einer internationalen Wasserstraße bemannt sind, zu verhängen“, erklärte Centcom am Dienstag.
Das US-Militär fügte hinzu, dass die Angriffe eine Reaktion auf iranische Angriffe auf drei Handelsschiffe waren, die die Straße von Hormus durchquerten.
Die erneuten Spannungen drohen, die Beziehungen zwischen Washington und Teheran weiter zu destabilisieren, nachdem beide Länder im vergangenen Monat ein vorläufiges Friedensabkommen unterzeichnet hatten, das die Kämpfe an allen Fronten beendete und die Straße wieder öffnete. Dies könnte wiederum energiegetriebene Inflationsängste schüren und den renditelosen Goldpreis belasten.
Ein enttäuschender US-Arbeitsmarktbericht (NFP) für Juni hat die Händler dazu veranlasst, ihre Wetten auf Zinserhöhungen der Federal Reserve (Fed) zurückzuschrauben, was helfen könnte, die Verluste des renditelosen Metalls zu begrenzen. Die Daten der vergangenen Woche zeigten, dass die US-Wirtschaft im Juni 57.000 Arbeitsplätze hinzugefügt hat, weniger als die nach unten revidierten 129.000 im Mai und unter den Markterwartungen von 110.000.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.