Die Ökonomin Radhika Rao von DBS Group Research weist darauf hin, dass sich die Inflation in Indonesien im Mai aufgrund höherer Lebensmittel- und Energiekosten beschleunigt hat, jedoch weiterhin innerhalb der Zielspanne der Bank Indonesia liegt. Als zentrale Risikofaktoren nennt sie wetterbedingte Belastungen, die Schwäche der Rupiah sowie einen schrumpfenden Handelsüberschuss. Der Bericht betont, dass ohne Anpassungen bei den Kraftstoffpreisen steigende Weltmarktpreise die Handels- und Leistungsbilanz unter Druck setzen könnten. Zudem wird erwartet, dass die Bank Indonesia ihre Geldpolitik im weiteren Jahresverlauf erneut strafft.
„Die Inflation in Indonesien hat sich im Mai auf 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr beschleunigt, nach 2,4 Prozent im April. Grund dafür waren höhere Preise für Lebensmittel und Energie, obwohl die Kraftstoffpreise an den Tankstellen unverändert geblieben sind.“
„Anders ausgedrückt: Die Preissteigerungen im marktgetriebenen, also volatilen Segment – etwa bei Speiseöl, Chili und anderen Produkten – zogen deutlich an und erreichten 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach 3,4 Prozent im Vormonat. Gleichzeitig legten auch die staatlich regulierten Preis- und Energiekomponenten zu.“
„Die Gesamtinflation liegt weiterhin innerhalb des Zielkorridors der Bank Indonesia von 1,5 bis 3,5 Prozent, nähert sich jedoch der oberen Grenze. Sollte der Konflikt in Westasien länger andauern, erscheint ein Überschreiten dieser Marke wahrscheinlich.“
„Zeitgleich schrumpfte der Handelsüberschuss im April auf 89 Millionen US-Dollar nach 3,3 Milliarden US-Dollar im März. Es war der niedrigste Wert seit fast sechs Jahren. Ausschlaggebend war ein kräftiger Anstieg der Importe von Rohöl um 67,5 Prozent sowie von raffinierten Kraftstoffen um 88 Prozent.“
„Ohne Anpassungen der Kraftstoffpreise zur Dämpfung der Nachfrage dürften höhere Weltmarktpreise und eine schwache Rupiah die Handelsbilanz belasten und damit auch die Entwicklung der Leistungsbilanz beeinträchtigen.“