Das Paar NZD/USD gewinnt im frühen europäischen Handel am Donnerstag bis nahe 0,5875 an Boden und beendet damit die dreitägige Verlustserie. Das potenzielle Aufwärtspotenzial für den Neuseeländischen Dollar (NZD) könnte begrenzt sein, da neue Golf-Konflikte die Ölpreise steigen ließen und die Risikoappetit dämpften. Der US Nonfarm Payrolls-Bericht für Mai wird am Freitag im Fokus stehen.
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi sagte, dass in den Verhandlungen zur Beendigung des Krieges „keine greifbaren Fortschritte“ erzielt worden seien. Seine Äußerung erfolgte, während die USA und der Iran neue Raketen- und Drohnenangriffe austauschten, was die Bemühungen um eine Einigung weiter gefährdet.
Araghchi warnte zudem, dass jeder israelische Angriff auf Beirut „zu einer umfassenden Wiederaufnahme des Krieges führen wird.“ Anzeichen für anhaltende Spannungen im Nahen Osten könnten kurzfristig eine sichere Hafenwährung wie den Greenback stärken.
Andererseits könnten hawkische Signale der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) den Kiwi stützen. RBNZ-Gouverneurin Anna Breman sagte letzte Woche, dass der Offizielle Leitzins (OCR) wahrscheinlich früher und stärker als zuvor signalisiert steigen wird, wobei sie auf die durch den Nahostkonflikt getriebene Inflation, schwächeres Wachstum und steigende Inputkosten in Neuseeland und seinen Handelspartnern verwies. Die Märkte haben die Zinserwartungen für Neuseeland neu bewertet, wobei Händler nun mehrere Zinserhöhungen bis Anfang 2027 erwarten.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.