Der Preis für West Texas Intermediate (WTI)-Öl sinkt leicht, nachdem er am Vortag einen Gewinn von 4,71 % verzeichnete, und wird während der asiatischen Handelszeiten am Dienstag um 90,60 USD pro Barrel gehandelt. Die Rohölpreise stiegen nach Berichten der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim, wonach Teheran die indirekten Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten eingestellt hat.
Dem Bericht zufolge haben Iran und seine „Widerstandsfront“-Verbündeten aus Jemen, Libanon und Irak eine Agenda aufgestellt, um die strategisch wichtige Straße von Hormus vollständig zu blockieren und weitere Fronten, darunter die Straße von Bab el-Mandeb, zu aktivieren, um Israel und seine Unterstützer zu bestrafen.
Die Eskalation wurde durch einen Bericht von Axios auf X verschärft, der besagt, dass Iran letzte Woche zusätzliche Seeminen in der Straße ausgelegt hat. Diese kombinierten Entwicklungen stellen ein schwerwiegendes Hindernis für eine schnelle Lösung der Krise dar, die die Straße von Hormus, einen wichtigen Engpass für die weltweiten Öl- und verflüssigten Erdgaslieferungen, bereits effektiv lahmgelegt hat.
US-Präsident Donald Trump bot jedoch eine optimistischere Perspektive und erklärte, dass die Verhandlungen weiterhin laufen und ein Memorandum of Understanding zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus innerhalb der kommenden Woche erreicht werden könnte. Gleichzeitig verschiebt sich die regionale Diplomatie, da die libanesischen Behörden gefordert haben, dass jede Verlängerung des Waffenstillstandsabkommens zwischen der Hisbollah und Tel Aviv das gesamte libanesische Gebiet umfassen soll.
Unterdessen lasten breitere Marktdruckfaktoren auf der Nachfrageseite, da jüngste Wirtschaftsdaten aus China eine Stagnation der Fabrikaktivitäten zeigten, was die Befürchtungen verstärkt, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt an Schwung verliert. In Anbetracht dieser Sorgen warnte Goldman Sachs, dass die schwache Ölnachfrage sowohl in China als auch in Europa ein erhebliches Abwärtsrisiko für seine Preisprognosen für das vierte Quartal von 90 USD pro Barrel für Brent-Rohöl und 83 USD pro Barrel für WTI darstellt. Die Finanzinstitution merkte jedoch an, dass anhaltende Versorgungsunterbrechungen im Nahen Osten diese schleppende Nachfrage noch ausgleichen und die Preise nach oben treiben könnten, so Reuters.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.