Das Paar AUD/USD verliert im asiatischen Handel am Dienstag an Boden und notiert nahe 0,7155, belastet durch breitere geopolitische Unsicherheiten. Händler warten auf Entwicklungen zum Waffenstillstand im Nahen Osten sowie auf wichtige Wirtschaftsdaten aus Australien und den Vereinigten Staaten (USA). Der Bericht zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) Australiens für das erste Quartal (Q1) wird am Mittwoch veröffentlicht. Die US-Nonfarm Payrolls (NFP) für Mai werden am Freitag im Fokus stehen.
Ian Harper, Mitglied des Vorstands der Reserve Bank of Australia (RBA), erklärte am Dienstag, dass die Persistenz der Inflation ein bedeutendes Problem bleibe. Harper fügte hinzu, dass die Marktindikatoren für Inflationserwartungen steigen, was Besorgnis erregt.
Die iranischen Staatsmedien berichteten am Montag, dass Teheran die Gespräche über Israels Aktionen im Libanon ausgesetzt habe. Separat erklärte US-Präsident Donald Trump, er glaube, dass eine Einigung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus und zur Verlängerung des Waffenstillstands mit Iran „innerhalb der nächsten Woche“ erreichbar sei. Jegliche Anzeichen einer Eskalation der Spannungen im Nahen Osten könnten risikoreichere Anlagen wie den Australischen Dollar (AUD) gegenüber dem US-Dollar (USD) belasten.
Die Märkte setzen darauf, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) als nächstes ihre Leitzinsen anheben wird, im Vergleich zu den Erwartungen einer Zinssenkung vor Beginn des Iran-Kriegs, angesichts steigender Energiepreise und deren Auswirkungen auf die Inflation.
Der US-Arbeitsmarktbericht wird am Freitag im Mittelpunkt stehen, da er den geldpolitischen Kurs der Fed kurzfristig beeinflussen könnte. Es wird erwartet, dass die Daten einen Zuwachs von 85.000 Arbeitsplätzen im Mai zeigen und die aktuelle Arbeitslosenquote von 4,3 % unverändert bleibt.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.