Die Ökonomen Saurav Anand und Siddharth Sadasivam von Standard Chartered verweisen darauf, dass die Zentralbank von Sri Lanka die Leitzinsen um 100 Basispunkte angehoben hat, um die Inflation einzudämmen, kreditgetriebene Importe zu bremsen und die Landeswährung Rupie zu stützen. Die Experten rechnen 2026 mit weiteren Zinserhöhungen, da die Inflation über dem Zielwert bleiben dürfte und Risiken durch hohe Ölpreise, externe Belastungen sowie wetterbedingte Energiekosten bestehen.
„Die Zentralbank von Sri Lanka (CBSL) hat die Leitzinsen am 26. Mai um 100 Basispunkte angehoben, um die steigende Inflation einzudämmen, die weiterhin starke Inlandsnachfrage zu begrenzen, die zu einem Anstieg kreditfinanzierter Importe führt, und die Rupie zu stützen.“
„Die Erklärung der CBSL machte deutlich, dass die Gesamtinflation gemessen am Verbraucherpreisindex in der kommenden Zeit voraussichtlich über dem Zielwert von 5 Prozent bleiben wird.“
„Wir gehen weiterhin davon aus, dass die CBSL die Leitzinsen im dritten Quartal 2026 um weitere 50 Basispunkte anheben wird. Zudem besteht das Risiko eines zusätzlichen Zinsschritts um 50 Basispunkte im vierten Quartal, falls höhere Rohölpreise den Inflationsdruck verstärken und den Abwertungsdruck auf die Rupie erhöhen.“
„Daher revidieren wir unsere Prognose für den Leitzins zum Jahresende 2026 auf 9,25 Prozent nach zuvor 8,75 Prozent.“
„Wir sehen allerdings auch das Risiko, dass die CBSL die Leitzinsen 2026 unverändert lässt, falls sich der Konflikt im Nahen Osten rasch entschärft und sich die Rohölpreise im dritten Quartal 2026 unter 90 US-Dollar je Barrel stabilisieren.“