Der US-Dollar (USD) handelt im späten europäischen Handel am Dienstag vor der Eröffnung der US-Aktienmärkte nach einem verlängerten Wochenende nahezu unverändert, wobei der US-Dollar-Index (DXY) um 99,00 schwankt, nachdem er seine frühen Gewinne wieder abgegeben hat. Die US-Märkte waren am Montag wegen des Memorial Day geschlossen.
Es wird erwartet, dass der US-Dollar seitwärts handelt, während Anleger auf konkrete Ankündigungen aus Iran und den USA bezüglich der Verhandlungen über eine dauerhafte Vereinbarung warten. Neueste Kommentare aus Teheran, berichtet von der iranischen Nachrichtenagentur Fars, besagen, dass das Einfrieren der iranischen Gelder der letzte ernsthafte Streitpunkt mit Washington ist, der durch eine Vermittlung Katars gelöst wird. Eine offizielle Bestätigung liegt jedoch nicht vor.
Unterdessen hat US-Innenminister Doug Burgum angekündigt, dass Präsident Donald Trump mit einem großartigen Deal mit Iran aufwarten wird.
Diese Schlagzeilen deuten darauf hin, dass die USA und Iran kurz davorstehen, bald eine Einigung zu erzielen, ein Szenario, das für risikoreichere Anlagen günstig ist und die Attraktivität von sicheren Häfen wie dem US-Dollar mindert.
Der US-Dollar hat in den vergangenen Monaten aufgrund des Kriegs im Nahen Osten überdurchschnittlich gut abgeschnitten, da dieser zu einem erheblichen Anstieg der Energiepreise führte, was US-inflationäre Druck erzeugte und Händler zwang, die Möglichkeit von Zinssenkungen durch die Federal Reserve (Fed) in diesem Jahr auszuschließen.
Dem CME FedWatch Tool zufolge liegen die Chancen, dass die Fed die Zinssätze in diesem Jahr auf dem aktuellen Niveau hält, bei 43,5 %, während der Rest mindestens eine Zinserhöhung in diesem Jahr erwartet. Dies ist eine deutliche Kehrtwende gegenüber den vor dem Krieg erwarteten zwei Zinssenkungen.
Der US-Dollar (USD) ist die offizielle Währung der Vereinigten Staaten und in vielen weiteren Ländern als „de facto“-Währung im Umlauf. Er ist die am häufigsten gehandelte Währung weltweit und dominiert mit 88 % des globalen Devisenhandels. Daten von 2022 zeigen, dass täglich ein Handelsvolumen von rund 6,6 Billionen US-Dollar umgesetzt wird. Der US-Dollar löste nach dem Zweiten Weltkrieg das Britische Pfund als Weltreservewährung ab, nachdem der Goldstandard 1971 abgeschafft wurde.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des US-Dollars beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Federal Reserve (Fed) bestimmt wird. Die Fed hat zwei Hauptziele: Preisstabilität (Inflationskontrolle) und Förderung der Vollbeschäftigung. Ihr primäres Werkzeug zur Erreichung dieser Ziele ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Preise zu schnell steigen und die Inflation über dem Ziel von 2 % liegt, erhöht die Fed die Zinsen, was dem Wert des US-Dollars zugutekommt. Fällt die Inflation unter 2 % oder ist die Arbeitslosenquote zu hoch, senkt die Fed möglicherweise die Zinsen, was den Greenback belastet.
In außergewöhnlichen Situationen greift die Federal Reserve auf Maßnahmen wie die quantitative Lockerung (QE) zurück. Dies geschieht, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um das Finanzsystem zu stabilisieren. QE ermöglicht es der Fed, mehr Geld zu drucken und US-Staatsanleihen von Banken zu kaufen, um die Kreditvergabe anzukurbeln. Diese expansive Maßnahme schwächt in der Regel den US-Dollar, da sie die Geldmenge erhöht und das Vertrauen in die Währung senkt.
Quantitative Tightening (QT) stellt den umgekehrten Prozess zu Quantitative Easing (QE) dar. Die US-Notenbank Federal Reserve beendet den Ankauf von Anleihen und investiert die fällig werdenden Rückzahlungen nicht in neue Anleihen. In der Regel wirkt sich dieser Prozess positiv auf den US-Dollar aus.