BNY verweist auf Aussagen von EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel, die sich für eine Zinserhöhung im Juni ausspricht. Die durch den Nahostkonflikt ausgelösten Energieschocks sorgten für anhaltenden Inflationsdruck. Schnabel warnte, die Eurozone habe frühere negative Energieszenarien inzwischen überschritten. Zweitrundeneffekte breiteten sich zunehmend aus. Um die Glaubwürdigkeit der EZB zu wahren, sei trotz Risiken für das Wachstum eine rechtzeitige geldpolitische Reaktion erforderlich.
„EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel hat erklärt, die Europäische Zentralbank solle auf ihrer Juni-Sitzung die Zinsen anheben. Der mit dem Nahostkonflikt verbundene Energieschock sei zu groß und zu dauerhaft, als dass die Währungshüter ihn ignorieren könnten.“
„Gegenüber Reuters sagte Schnabel, selbst bei einem sofortigen Ende des Krieges hätten Schäden an der Energieinfrastruktur und an den Lieferketten bereits nachhaltigen Inflationsdruck erzeugt, der eine geldpolitische Reaktion erforderlich mache.“
„Sie warnte, dass die Eurozone die bisherigen negativen Energieszenarien der EZB faktisch hinter sich gelassen habe. Zudem gebe es zunehmend Hinweise darauf, dass sich Zweitrundeneffekte der Inflation über den Energiesektor hinaus auf breitere Verbraucherpreise und nicht-energetische Industriegüter ausweiten.“
„Zwar räumte Schnabel Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum durch schwächeres Vertrauen und höhere Energiekosten ein. Zugleich betonte sie jedoch, dass die Wahrung der Anti-Inflations-Glaubwürdigkeit der EZB eine rechtzeitige geldpolitische Reaktion erfordere.“
„An den Anleihemärkten zeigt sich ein gemischtes Bild, nachdem EZB und Bank of Japan weitere Zinserhöhungen signalisiert haben. Der US-Dollar liegt seit Freitag zugleich um 0,25 Prozent im Minus.“