Britisches Pfund gibt nach, da politische Turbulenzen im Vereinigten Königreich und hawkische Fed-Wetten belasten

Quelle Fxstreet
  • GBP/USD gibt auf rund 1,3415 im asiatischen Handel am Dienstag nach. 
  • Der IWF hebt die Wachstumsprognose für das Vereinigte Königreich an, warnt jedoch, dass politische Turbulenzen das Wachstum beeinträchtigen könnten. 
  • Händler rechnen bereits im Dezember mit einer Zinserhöhung. 

Das Währungspaar GBP/USD verliert im asiatischen Handel am Dienstag an Boden und fällt auf rund 1,3415. Das britische Pfund (GBP) gibt gegenüber dem Greenback angesichts der politischen Turbulenzen im Vereinigten Königreich leicht nach. Händler werden weitere Hinweise aus dem britischen Beschäftigungsbericht erwarten, der später am Dienstag veröffentlicht wird. 

Der britische Premierminister Keir Starmer sieht sich nach schlechten Ergebnissen bei den Kommunalwahlen am 7. Mai einer schweren Führungskrise gegenüber, die eine Welle von Rücktritten auf hoher Regierungsebene und erhebliche Marktvolatilität ausgelöst hat. Die Renditen britischer Staatsanleihen (Gilts) sind angesichts fiskalischer Sorgen auf ein 28-Jahres-Hoch gestiegen, was den Verkaufsdruck auf die Stimmung beim Cable erhöht.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat am Montag seine Wachstumsprognose für die britische Wirtschaft in diesem Jahr angehoben, warnte jedoch, dass weitere „interne Unsicherheiten“ in einer Zeit, in der politische Instabilität die Regierung erfasst, Ausgaben und Investitionen beeinträchtigen könnten.

Auf der US-Seite haben heißere als erwartete Inflationsdaten in den USA eine hawkische Rhetorik der Federal Reserve befeuert und den US-Dollar (USD) gestärkt. Händler am Fed Funds Futures-Markt rechnen laut dem CME FedWatch Tool mit einer 35,0%igen Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank bis zum Jahresende die Zinsen um 25 Basispunkte (bps) anheben wird. 

Pfund Sterling - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.

Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.

Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.

Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.


Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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