AUD/USD verliert zum dritten Mal in Folge an Boden und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Montag um 0,7130. Das Paar wertet ab nach wichtigen Wirtschaftsdaten von Australiens engem Handelspartner China.
Die Einzelhandelsumsätze in China stiegen im April um 0,2% im Jahresvergleich (YoY) gegenüber erwarteten 2,0% und 1,7% im März. Die Industrieproduktion in China kletterte im gleichen Zeitraum um 4,1% YoY, verglichen mit der Prognose von 5,9% und zuvor 5,7%. Unterdessen lag die Investition in Sachanlagen im Jahresverlauf (YTD) im April bei -1,6% YoY, schwächer als der erwartete Anstieg von 1,6%. Der Wert für März betrug einen Anstieg von 1,7%.
Das Paar AUD/USD verliert auch an Boden, da der US-Dollar (USD) steigt, nachdem die US-Notenbank (Fed) eine aggressivere geldpolitische Haltung gegenüber der Inflation einnimmt. Mehrere Fed-Vertreter betonten kürzlich, dass die Inflationskontrolle oberste Priorität habe und deuteten an, dass weitere Zinserhöhungen notwendig sein könnten, falls der Preisdruck anhält. Die Finanzmärkte haben die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember laut dem CME FedWatch-Tool deutlich auf fast 48% erhöht, nach zuvor nur 14% vor einer Woche.
Unterdessen erhält der Greenback Unterstützung durch eine erhöhte Nachfrage nach sicheren Häfen angesichts anhaltender geopolitischer Konflikte. Die Vereinigten Staaten (USA) und Iran sind weit von einer Einigung entfernt, um die wochenlangen Kämpfe zu beenden und die wichtige Schifffahrtsroute der Straße von Hormus wieder zu öffnen.
US-Präsident Donald Trump eskalierte die Spannungen, indem er Iran öffentlich warnte, Fortschritte zu machen oder mit neuen Konsequenzen zu rechnen. Da die Straße von Hormus effektiv geschlossen bleibt, steigen die globalen Ölpreise weiter, was eine schwere wirtschaftliche Belastung für Länder darstellt, die stark von Energieimporten abhängig sind. Die globale Anlegerangst wird zusätzlich durch Warnungen des chinesischen Staatschefs Xi Jinping an Präsident Trump verstärkt, dass Taiwan direkte Konflikte zwischen ihren beiden Volkswirtschaften auslösen könnte.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.