Der globale Stratege der Rabobank, Michael Every, hebt die zentrale Rolle Chinas in den aktuellen geopolitischen und finanziellen Entwicklungen hervor. Im Fokus stehen der Besuch von Donald Trump in Peking, mögliche Ergebnisse der Gespräche zwischen den USA und China, Spekulationen über ein umfassendes Abkommen sowie Chinas Einfluss auf den Iran. Zudem wird auf Überlegungen von Euroclear zu chinesischen Onshore-Anleihen und Pekings Bemühungen zur Internationalisierung des Yuan verwiesen.
"In einer Art ‚Eastenders‘-Szenerie trifft sich Trump, begleitet von einer Delegation milliardenschwerer CEOs, mit Xi, nachdem er an Bord der Air Force One gepostet hatte, er werde ihn bitten, China ‚zu öffnen‘, damit diese brillanten Köpfe ihre Magie entfalten und dazu beitragen können, die Volksrepublik auf ein noch höheres Niveau zu bringen!"
"Tatsächlich erinnern die Formulierungen in den USA – während manche Großbritanniens Labour-Partei in die 1970er Jahre zurückversetzt sehen – an eine Art Nixon-Mao 2.0, wenn auch von einem völlig anderen Ausgangspunkt aus."
"Jeder versteht, wie wichtig diese Gespräche sind, doch nur wenige berücksichtigen sowohl den US-amerikanischen als auch den chinesischen Kontext vollständig, und viele Einschätzungen sind von ihrer Haltung gegenüber Trump geprägt."
"Es bleibt abzuwarten, ob es zu einem umfassenden Abkommen kommt, das Geopolitik und Geoökonomie – und ja, auch Ungleichgewichte – neu ordnet; zu einer kleineren Vereinbarung über Zölle, Technologie (während die Niederlande gegen einen US-Vorschlag protestieren, den Chipkonzern ASML weiter vom China-Geschäft auszuschließen), oder sogar Taiwan; zu einem erneuten Minimalabkommen im Stil eines Farce-Two-Handelsdeals als bloßem Aufschub – oder zu einer massiven Eskalation."
"In diesem Zusammenhang berichten einige Medien, China könnte bereit sein, Druck auf Teheran auszuüben. Zugleich meldet die New York Times jedoch, dass chinesische Unternehmen Waffenlieferungen dorthin planen."