EUR/USD setzt seine Verlustserie am fünften Tag in Folge fort und notiert während der asiatischen Handelszeiten am Freitag um 1,1650. Das Paar wertet ab, da der US-Dollar (USD) angesichts der steigenden Inflation im Zusammenhang mit den anhaltenden Spannungen im Nahen Osten zulegt, was die Markterwartungen verstärkt hat, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinssätze über einen längeren Zeitraum hoch halten oder möglicherweise sogar weitere Erhöhungen vornehmen wird.
Die US-Einzelhandelsumsätze stiegen im April um 0,5% MoM und lagen damit im Einklang mit den Schätzungen, jedoch unter dem Wert von 1,6% im März. Im gleichen Zeitraum erhöhten sich die Umsätze um 4,9% YoY und übertrafen damit die erwarteten 3,3% Wachstum. Diese Entwicklung unterstreicht die Widerstandsfähigkeit der amerikanischen Konsumausgaben trotz erhöhter Kreditkosten.
Darüber hinaus wertet der Greenback aufgrund von Veränderungen in der Führung der Federal Reserve (Fed) auf. Der Rücktritt von Stephen Miran aus dem Board of Governors ebnete den Weg für Kevin Warsh, den Vorsitz der Fed zu übernehmen.
Die Abwärtsbewegung des EUR/USD-Paares könnte begrenzt sein, da der Euro (EUR) Unterstützung erhalten könnte, da die Erwartungen an ein dauerhaftes Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran nachgelassen haben, die Straße von Hormus effektiv geschlossen bleibt und der Inflationsdruck in der Eurozone verstärkt wird.
Die Geldmärkte preisen eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Juni weitgehend ein, wobei bis Ende 2026 fast drei Erhöhungen vollständig eingepreist sind. Der EZB-Vertreter Martins Kazaks bekräftigte diesen Ausblick am Donnerstag und erklärte, dass die Zentralbank die Kreditkosten erhöhen müsse, wenn steigende Rohölpreise die Inflationserwartungen anheizen.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.