Ein Bitcoin-Besitzer hat nach eigenen Angaben wieder Zugriff auf rund 5 Bitcoin im Wert von knapp 400.000 US-Dollar erhalten, nachdem er sein Passwort verloren hatte. Das geht aus einem viel beachteten Beitrag auf der Plattform X vom Mittwoch hervor.
Der Nutzer, auf X unter dem Namen cprkrn bekannt, erklärte, ihm sei die Wiederherstellung der Mittel mit Hilfe der KI Claude nach jahrelangen erfolglosen Versuchen gelungen.
Nach Angaben des Nutzers war der Zugriff auf die Bitcoin-Adresse verloren gegangen, nachdem er das Passwort geändert und anschließend vergessen hatte. In den folgenden Jahren habe er zahlreiche Passwortkombinationen ausprobiert, mehrere Wiederherstellungsdienste beauftragt und alte Notizen durchforstet, um wieder an die Mittel zu gelangen.
Der Durchbruch gelang schließlich, nachdem der Nutzer Dateien von einem alten Uni-Computer in Claude hochgeladen hatte. Mithilfe einer wiedergefundenen sogenannten Seed-Phrase konnte er die Wallet entschlüsseln und wieder Zugriff auf die Token erhalten.
„Ich habe etwa 3,5 Billionen Passwörter ausprobiert – keines hat funktioniert. Am Ende habe ich eine alte Seed-Phrase aus einem Uni-Notizbuch mit einer alten Wallet-Datei abgeglichen“, schrieb er.
Der Nutzer veröffentlichte zudem das vergessene Passwort, was in der Krypto-Community für breite Reaktionen sorgte. In einem weiteren Beitrag räumte er ein, er „wäre zu dumm gewesen, das ohne die Hilfe der KI herauszufinden“.
Blockchain-Daten scheinen die Darstellung zu stützen. Wallet-Daten zu der Adresse zeigen Bitcoin-Einzahlungen seit April 2015 sowie jüngste Transaktionen, die mit einer Wiederherstellung und der Übertragung der Mittel auf eine neue Wallet-Adresse übereinstimmen, wie aus Daten von Blockchair hervorgeht.
Die Geschichte erregte rasch Aufmerksamkeit bei bekannten Persönlichkeiten der Krypto-Branche, darunter Nic Carter, Laura Shin und Jesse Pollak.
Die Wiederherstellung basierte auf einer KI-gestützten Analyse von Dateien und Zugangsdaten, die sich bereits im Besitz des Wallet-Inhabers befanden. Dies mindert Bedenken hinsichtlich grundsätzlicher Sicherheitsrisiken für Bitcoin-Wallets.
Die Entwicklung verdeutlicht einen wachsenden Anwendungsbereich für KI-Tools bei der Wiederherstellung von Kryptowerten. Sie bedeutet jedoch nicht, dass künstliche Intelligenz in der Lage ist, die komplexe Verschlüsselung von Kryptowährungen zu knacken, da es sich in diesem Fall lediglich um die Wiederherstellung mithilfe einer Seed-Phrase und vorhandener Dateien handelte.
Der Fall steht im Gegensatz zu zahlreichen prominenten Geschichten über verlorene Bitcoin-Bestände, darunter der Fall von James Howells aus dem Jahr 2025, der versuchte, eine Festplatte mit Tausenden von Bitcoin auf einer Mülldeponie wiederzufinden.