Die Analysten von BNY sehen in steigenden Industriegewinnen in China und einer beginnenden Reflation Spielraum für Unternehmen, eine moderate Aufwertung des chinesischen Yuan (CNY) zu verkraften, ohne die Exportwirtschaft zu belasten. Nach Einschätzung von Geoff Yu wurde der hohe Handelsüberschuss im vergangenen Jahr trotz einer impliziten Aufwertung des real effektiven Wechselkurses (REER) infolge von Zöllen erzielt. Gleichzeitig könnten eine stärkere Binnennachfrage und steigende Gewinne höhere Preise ermöglichen, ohne dass Wechselkurseffekte das gesamtwirtschaftliche Wachstum merklich dämpfen.
„Basiseffekte und die lange erwartete Reflation greifen nun. Unternehmen in China können von einer stärkeren fiskalischen Unterstützung und einer robusteren Nachfrage der privaten Haushalte profitieren, während Exporteure versuchen, durch größere Marktanteile ihre Margen zu verbessern.“
„An den Märkten wird häufig erwartet, dass Peking in einem schwachen Wachstumsumfeld eine Aufwertung des Yuan bremst, um die Exporteure zu schützen. Wir halten dieses Risiko derzeit jedoch für gering.“
„Erstens betonen wir, dass die Aufwertung des Yuan bislang nur gering ausfällt. Der reale effektive Wechselkurs liegt auf Jahresbasis lediglich moderat im Plus, auch wenn dies das stärkste Wachstum seit drei Jahren darstellt.“
„Zweitens wurde der hohe Handelsüberschuss im vergangenen Jahr trotz einer deutlichen impliziten Aufwertung des REER durch Zölle erzielt, selbst nach der mehrere Wochen später folgenden Entspannung nach dem ‚Liberation Day‘. Die Kosten dürften über eine extreme – und nicht nachhaltige – Margenverengung getragen worden sein.“
„Am wichtigsten ist jedoch, dass China das Wachstum stärker über die Binnennachfrage antreiben muss. Der Fokus von Regierung und Haushalten scheint in diesem Jahr klarer darauf ausgerichtet zu sein. Diese Gewinne sind weitgehend unabhängig von Wechselkurseffekten, und die daraus resultierenden Einkommens- und Vermögenseffekte könnten die Wachstumserwartungen deutlich anheben.“