Der stellvertretende Gouverneur der Bank of England (BoE), Sarah Breeden, sagte, dass die Zentralbank gut aufgestellt sei, um beobachten zu können, was in der Wirtschaft passiert, berichtete die Financial Times am Donnerstag. Breeden fügte hinzu, dass die BoE nicht ewig warten könne, aber es nicht im Juni oder Juli tun müsse.
Wir sehen ein geringeres Risiko, dass der Krieg im Nahen Osten eine „unangenehme“ Spirale steigender Löhne und Preise auslöst, verglichen mit den Folgen der russischen Invasion in der Ukraine.
Es ist viel unwahrscheinlicher, dass es zu Zweitrundeneffekten in dem Ausmaß kommt, wie wir sie 2022 gesehen haben.
Das liegt daran, dass „die Aktivität schwach ist, der Arbeitsmarkt lockerer, die Geldpolitik vor dem Schock restriktiv war und jetzt noch restriktiver ist.
Deshalb ist die BoE „gut aufgestellt, um beobachten zu können, was in der Wirtschaft passiert.“
Wir müssen nicht übereilt handeln.
Wir haben Zeit, erstens die Größe der Schocks zu verstehen und zweitens, wie sich die Wirtschaft entwickelt.
Sie haben natürlich recht, dass wir nicht ewig warten können, aber wir müssen es nicht im Juni oder Juli tun.
Bei Redaktionsschluss liegt das Paar GBP/USD im Tagesverlauf 0,04% im Plus bei 1,3528.
Die Bank of England (BoE) legt die Geldpolitik Großbritanniens fest. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität mit einer Inflationsrate von 2 %. Änderungen des Leitzinses wirken sich unmittelbar auf den Wert des britischen Pfunds aus.
Wenn die Inflation das Ziel der Bank of England übersteigt, reagiert sie mit Zinserhöhungen, was es für Privatpersonen und Unternehmen teurer macht, Kredite aufzunehmen. Dies ist positiv für das Pfund, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für globale Investoren attraktiver machen.
In Krisenzeiten greift die Bank of England zu außergewöhnlichen Maßnahmen wie der sogenannten quantitativen Lockerung (Quantitative Easing, QE). Diese Politik wird angewandt, wenn Zinssenkungen nicht ausreichen, um das Finanzsystem wieder in Gang zu bringen. QE bedeutet, dass die Bank of England große Mengen an Geld druckt, um Vermögenswerte – in der Regel Staatsanleihen oder hoch bewertete Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstituten zu kaufen. Dies soll die Kreditvergabe ankurbeln, hat jedoch oft zur Folge, dass das Pfund Sterling an Wert verliert.
Die sogenannte Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenstück zur quantitativen Lockerung (QE) und wird in Phasen einer erstarkenden Wirtschaft und steigender Inflation angewendet. Während die Bank of England im Rahmen von QE Staats- und Unternehmensanleihen erwirbt, um die Kreditvergabe anzukurbeln, stellt sie bei QT diese Käufe ein und reinvestiert fälliges Kapital aus bereits gehaltenen Anleihen nicht. QT gilt in der Regel als förderlich für die Stabilität des britischen Pfunds.