Der Goldpreis (XAU/USD) notiert im frühen asiatischen Handel am Donnerstag im positiven Bereich nahe 4.700 USD. Das Edelmetall legt zu, da die Märkte vor dem Gipfeltreffen zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Peking vorsichtiger werden. Der US-Einzelhandelsumsatzbericht für April wird später am Donnerstag ebenfalls im Fokus stehen.
Bloomberg berichtete am späten Mittwoch, dass Trump zu seinem ersten Staatsbesuch in China seit neun Jahren eingetroffen ist, während die beiden größten Volkswirtschaften der Welt versuchen, ihre Beziehungen zu stabilisieren. Der Gipfel findet vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs statt.
Die Vereinigten Staaten (USA) und China erwägen einen Rahmen, der es beiden Nationen ermöglichen würde, Waren im Wert von etwa 30 Milliarden US-Dollar zu identifizieren, bei denen Zölle reduziert werden könnten, ohne die nationale Sicherheit zu gefährden.
Am Mittwoch veröffentlichte Daten des US Bureau of Labor Statistics zeigten, dass der US-Erzeugerpreisindex (EPI) im April im Jahresvergleich um 6,0 % gestiegen ist, nach 4,3 % im März. Dieser Wert lag über der Erwartung von 4,9 %. Auf Monatsbasis stieg die EPI-Inflation im April auf 1,4 % von 0,7 % im März und lag damit deutlich über den erwarteten 0,5 %.
Die Großhandelsinflation erreichte den höchsten Stand seit Dezember 2022, angetrieben durch stark gestiegene Ölpreise im Zusammenhang mit den Spannungen im Nahen Osten. Dieser Bericht hat die Markterwartungen bestärkt, dass die US-Notenbank (Fed) die hohen Zinssätze beibehalten wird, um den anhaltenden Inflationsdruck zu bekämpfen, was das gelbe Metall belasten könnte. Es ist erwähnenswert, dass Gold oft in Zeiten geopolitischer Unsicherheit genutzt wird, aber keine Zinsen abwirft, was es bei hohen Zinssätzen weniger attraktiv macht.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.