Der Chefvolkswirt für Greater China bei ING, Lynn Song, weist darauf hin, dass die taiwanischen Handelsdaten für April ein schwächeres Export- und Importwachstum als erwartet zeigen. Der Handelsüberschuss ging auf 14,35 Milliarden US-Dollar zurück. Die Ausfuhren von Halbleitern und Maschinen blieben robust, während höhere Ölpreise begannen, die Importwerte zu steigern. ING erwartet weiterhin eine kräftige Handelsdynamik und sieht Aufwärtsrisiken für die Prognose des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für 2026 von 8,2 Prozent im Jahresvergleich.
"Das Exportwachstum Taiwans verlangsamte sich im April auf 39,0 Prozent im Jahresvergleich, nach 61,8 Prozent im März, und blieb damit deutlich unter den Markterwartungen für den Monat."
"Ein Bereich, in dem Taiwan weiterhin positive Signale verzeichnet, ist der Exportpreisindex, der sich den achten Monat in Folge beschleunigte und mit 18,0 Prozent im Jahresvergleich ein Mehrjahreshoch erreichte. Solange die Nachfrage nach hochwertigen KI-Chips robust bleibt, bleiben die Handelsaussichten Taiwans positiv."
"Höhere Energiepreise dürften sich in steigenden Importen Taiwans niederschlagen."
"Auch wenn die April-Daten erstmals seit einiger Zeit hinter den Erwartungen zurückblieben, wachsen sowohl Exporte als auch Importe weiterhin kräftig. Daten zu Exportaufträgen deuten darauf hin, dass diese Dynamik zumindest kurzfristig anhalten dürfte. Gleichwohl könnte sich das Exportwachstum im Laufe des Jahres abschwächen, insbesondere durch anspruchsvollere Basiseffekte, vor allem im vierten Quartal."
"Dennoch ist Taiwan gut positioniert, in diesem Jahr erneut ein starkes Wirtschaftswachstum zu verzeichnen. Nach einem kräftigen Jahresauftakt sehen wir weiterhin eher Aufwärtsrisiken für unsere aktuelle BIP-Prognose für 2026 von 8,2 Prozent im Jahresvergleich."