Peter Kazimir, Mitglied des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB) und Gouverneur der Nationalbank der Slowakei (NBS), äußert sich während der europäischen Handelssitzung am Montag zum geldpolitischen Ausblick.
Wir können in den nächsten Monaten wenig gegen den Inflationsanstieg tun.
Wir werden nicht zögern zu handeln, wenn die Inflation Gefahr läuft, über einen längeren Zeitraum über dem Ziel zu bleiben.
Jede zukünftige Sitzung ist offen und lebendig.
Lieferketten außerhalb des Energiesektors sind gefährdet.
Wir haben unseren „guten Ort“ noch nicht verlassen.
Zum Zeitpunkt der Niederschrift liegt EUR/USD um 0,55 % niedriger bei etwa 1,1500; der Rückgang ist jedoch auf den starken US-Dollar (USD) zurückzuführen und nicht auf die Wirkung der Äußerungen von EZB-Kazimir.
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.