USD/KRW handelt während der europäischen Handelszeiten um 1.510,00, nachdem es zuvor am Montag von einem 17-Jahres-Hoch von 1.516,76 zurückgegangen war. Die erhöhte Risikoaversion löste ausländische Abflüsse in Höhe von 1,8 Billionen Won aus, was den Südkoreanischen Won (KRW) unter Abwärtsdruck setzte.
Der KRW gerät unter Druck, nachdem Saudi Aramco, der weltweit größte Ölexporteur, im April zum zweiten Mal in Folge die Rohöllieferungen an asiatische Käufer gekürzt hat, da der US-israelische Konflikt mit dem Iran die Durchgänge durch die Straße von Hormus stört. Die Lieferungen beschränken sich auf Arab Light Rohöl, das vom Rotmeerhafen Yanbu verschifft wird, was die Verfügbarkeit von Rohstoffen für asiatische Raffinerien einschränkt und die Produktion begrenzt. Die starke Abhängigkeit Südkoreas von Energieimporten, die über 90 % des Ölbedarfs ausmachen, macht die heimische Währung besonders anfällig für Versorgungsunterbrechungen im Nahen Osten.
Unterdessen steigt das Paar USD/KRW, da der US-Dollar (USD) aufgrund der steigenden Nachfrage nach sicheren Häfen angesichts der eskalierenden Spannungen im Nahen Osten an Stärke gewinnt. Der Greenback wird zusätzlich durch höhere Ölpreise gestützt, die Inflationssorgen schüren und die hawkische Haltung der Federal Reserve (Fed) verstärken. Die Märkte rechnen zunehmend mit einer Zinserhöhung der Fed gegen Jahresende.
Auf seiner Sitzung im März stimmte die Fed mit 11 zu 1 Stimmen dafür, die Zinssätze im Bereich von 3,50 % bis 3,75 % unverändert zu lassen, was nach einer Reihe von Zinssenkungen Ende 2025 die zweite aufeinanderfolgende Pause markiert. Gleichzeitig zeigen die Futures-Märkte laut dem CME FedWatch Tool eine 85,5%ige Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen auf der April-Sitzung unverändert bleiben.
Die Begriffe „Risk-on“ und „Risk-off“ beschreiben die Risikobereitschaft der Anleger. In einer „Risk-on“-Phase sind Investoren bereit, in risikoreichere Anlagen zu investieren, während sie in einer „Risk-off“-Phase sicherere Anlagen bevorzugen.
In „Risk-on“-Phasen steigen die Aktienmärkte, und auch Rohstoffe – abgesehen von Gold – gewinnen an Wert, da sie von einem positiven Wachstumsausblick profitieren. Währungen von rohstoffexportierenden Ländern sowie Kryptowährungen legen zu. In „Risk-off“-Zeiten gewinnen Staatsanleihen an Wert, Gold steigt, und sichere Währungen wie der Japanische Yen, der Schweizer Franken und der US-Dollar werden bevorzugt.
Währungen von rohstoffreichen Ländern wie Australien, Kanada und Neuseeland profitieren in Phasen der Risikobereitschaft („Risk-on“), da Rohstoffe in Zeiten wirtschaftlicher Expansion tendenziell im Preis steigen.
Die Währungen, die in Phasen von „Risk-off“-Stimmungen typischerweise an Wert gewinnen, sind der US-Dollar (USD), der japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF). Der US-Dollar profitiert in Krisenzeiten von seiner Rolle als Weltreservewährung, da Investoren vermehrt US-Staatsanleihen kaufen, die als besonders sicher gelten. Dies liegt daran, dass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die größte Volkswirtschaft der Welt zahlungsunfähig wird. Der Yen verzeichnet durch die hohe Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen Zuwächse, da ein Großteil dieser Anleihen von inländischen Investoren gehalten wird, die selbst in Krisenzeiten kaum Verkaufsdruck erzeugen. Der Schweizer Franken wird aufgrund strenger Bankgesetze, die den Kapitalschutz verbessern, als sicherer Hafen betrachtet.