Der Senior-Makrostratege von Rabobank, Stefan Koopman, stellt fest, dass die Bank of England (BoE) den Leitzins zwar bei 3,75 Prozent belassen hat, zugleich aber einen deutlich restriktiven Ton angeschlagen hat, da ein erneuter Energieschock die Inflationsprognosen nach oben treibt. Der geldpolitische Ausschuss (MPC) gilt als „handlungsbereit“. Koopman rechnet nun mit einer einmaligen Zinserhöhung um 25 Basispunkte, möglicherweise im April, warnt jedoch, dass eine Straffung bei schwacher Nachfrage im Vereinigten Königreich das Risiko eines geldpolitischen Fehlers birgt.
„Angesichts der Entwicklungen der vergangenen drei Wochen war die Entscheidung des geldpolitischen Ausschusses der Bank of England, den Leitzins bei 3,75 Prozent zu belassen, keine Überraschung. Aus dem Protokoll geht hervor, dass die Energiekrise inzwischen die geldpolitische Debatte dominiert und die Entscheidungsträger dazu veranlasst, ihren Fokus stärker auf die Persistenz der Inflation zu richten und weniger auf Anzeichen eines sich abschwächenden Arbeitsmarkts. Die heutige Kommunikation deutet darauf hin, dass sich die Einschätzung der Inflation von einem endogenen zu einem exogenen Risiko verschoben hat – ein Wandel, der zeigt, dass sich die Geldpolitik der Bank in einer schwierigen Lage befindet.“
„Sollten die Märkte richtig liegen, würde die Geldpolitik somit noch restriktiver werden – zusätzlich zu der Belastung, die bereits durch den energiebedingten Terms-of-Trade-Schock entstanden ist. Dies würde eine weitere Dämpfung der Nachfrage in einer Phase bedeuten, in der sich die Wirtschaft dies am wenigsten leisten kann, und zugleich die bekannten fiskalpolitischen Narrative neu entfachen, die für britische Vermögenswerte negativ sind.“
„Dennoch ist dies ein geldpolitischer Ausschuss, der nicht bereit ist, diesen Angebotsschock vollständig auszublenden – es sei denn, der Konflikt erweist sich als sehr kurzfristig, was nicht unserem Basisszenario entspricht. Wir haben daher nun eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte in unsere Prognose aufgenommen, möglicherweise bereits im April.“