Nagel von der EZB: Die Zentralbank müsste im April erhöhen, wenn sich der Preis-Ausblick verschlechtert

Quelle Fxstreet

Es gab am Freitag während der europäischen Handelssitzung Äußerungen von mehreren Vertretern der Europäischen Zentralbank (EZB) zur aktuellen Lage und den Aussichten bei Inflation und Zinssätzen.

EZB-Politiker und Präsident der Bundesbank Joachim Nagel

Nach der derzeitigen Lage ist es vorstellbar, dass sich der mittelfristige Inflationsausblick verschlechtern und die Inflationserwartungen nachhaltig steigen könnten, was bedeuten würde, dass eine restriktivere Geldpolitik wahrscheinlich notwendig wäre.

Die EZB müsste im April eine Zinserhöhung vornehmen, falls sich der Preis-Ausblick verschlechtert.

EZB-Mitglied und Gouverneur der Bank von Spanien José Luis Escrivá

Es war sehr schwierig, genau zu erkennen, welche Auswirkungen dieser Anstieg der Energiepreise haben wird.

Die EZB trifft Entscheidungen basierend auf der mittelfristigen Entwicklung der Inflation, und manchmal gibt es Situationen, die sich abschwächen und nicht unbedingt eine Änderung der Zinssätze nach sich ziehen.

Die Lage war sehr unsicher und volatil, und was wir tun müssen, ist, eine Fülle von Informationen weiterhin zu bewerten.

Marktreaktion

Die Kommentare der EZB-Vertreter scheinen einen leichten positiven Einfluss auf den Euro (EUR) zu haben. EUR/USD erholt sich von seinem Intraday-Tief bei 1,1552 auf nahe 1,1570, liegt aber immer noch 0,15 % unter dem Schlusskurs vom Donnerstag.

EZB - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.

In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.

Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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