WTI-Öl zieht sich aufgrund nachlassender Spannungen mit dem Iran und venezolanischer Exporte zurück

Quelle Fxstreet
  • Die WTI-Ölpreise ziehen sich zurück, da die geopolitischen Spannungen rund um den Iran nachlassen.
  • Ein größer als erwarteter Anstieg der US-Rohöllagerbestände belastet die Marktstimmung.
  • Die Wiederaufnahme der venezolanischen Ölexporte erhöht den Druck auf das Angebot.

West Texas Intermediate (WTI) US-Öl gibt am Donnerstag zum zweiten Mal in Folge nach und wird zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei 59,20 USD pro Barrel gehandelt, was einem Rückgang von 1,60 % im Tagesverlauf entspricht. Die Rohölpreise stehen unter Druck, da die Bedenken über eine mögliche militärische Aktion der USA gegen den Iran allmählich nachlassen.

US-Präsident Donald Trump erklärte, dass Berichte auf eine Verlangsamung der gewaltsamen Maßnahmen im Iran hindeuteten und dass in naher Zukunft keine großangelegten Hinrichtungen geplant seien. Obwohl er militärische Maßnahmen nicht vollständig ausschloss, trugen diese Kommentare dazu bei, die geopolitische Risikoprämie, die in den Ölpreisen eingebettet ist, zu reduzieren. Laut Reuters glauben mehrere Marktteilnehmer nun, dass Washington wahrscheinlich von einer direkten Intervention absehen wird, was die Ängste vor größeren Versorgungsunterbrechungen im Nahen Osten begrenzt.

Dieses entspanntere geopolitische Umfeld wird durch ungünstige Angebotsfaktoren in den Vereinigten Staaten (US) verstärkt. Der wöchentliche Bericht der Energy Information Administration (EIA) zeigte, dass die US-Rohölvorräte in der Woche bis zum 14. Januar um 3,391 Millionen Barrel gestiegen sind, während der Markt mit einem Rückgang von etwa 2,2 Millionen Barrel gerechnet hatte. Dieser unerwartete Anstieg folgt einem starken Rückgang in der Vorwoche und verstärkt die Bedenken über ein kurzfristiges Überangebot.

Darüber hinaus hat Venezuela begonnen, einige der während der US-Embargo-Phase auferlegten Produktionskürzungen zurückzunehmen. Die Wiederaufnahme der Ölexporte, bei denen bereits erste Ladungen verschifft wurden, erhöht das verfügbare Angebot auf dem globalen Markt.

Vor diesem Hintergrund bleiben die Händler sehr aufmerksam auf Entwicklungen im Iran. Jede erneute Eskalation könnte schnell die Ängste vor Versorgungsunterbrechungen wiederbeleben und die WTI-Ölpreise stützen. Umgekehrt könnten weitere Anzeichen einer Entspannung der Spannungen, kombiniert mit hohen Beständen und der schrittweisen Rückkehr einiger Lieferungen auf den Markt, die Ölpreise kurzfristig weiterhin begrenzen.

WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.

Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.

Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.

Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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