Gold nahe $4,600 nach Rücksetzer vom Rekord – starke US-Daten stützen „Higher for longer“, Geopolitik entspannt leicht

Autor: Mitrade Team
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  • Gold (XAU/USD) gibt nach dem frischen Rekordhoch von $4,643 in der vorherigen Sitzung nach und handelt am Donnerstag um $4,600 je Feinunze.

  • Starke US-Daten (PPI, Retail Sales) und die zuletzt niedrigere Arbeitslosenquote stärken die Erwartung, dass die Fed die Zinsen in den kommenden Monaten unverändert lässt – Gegenwind für das unverzinsliche Edelmetall.

  • Safe-Haven-Nachfrage lässt nach, weil sich die Iran-Schlagzeilen etwas beruhigen; zugleich bleiben Fed-Unabhängigkeitsfragen ein möglicher Stützfaktor.

Gold verliert am Donnerstag an Boden, nachdem es in der vorherigen Sitzung auf ein neues Rekordhoch bei $4,643 gestiegen war. Der Kurs rutscht zurück in die Region um $4,600. Auf der Makroseite spricht die US-Datenlage kurzfristig eher gegen schnelle Zinssenkungen: Ein stärker als erwarteter Producer Price Index (PPI) und robuste Retail Sales – zusammen mit der in der Vorwoche gesunkenen Unemployment Rate – untermauern das Szenario, dass die Fed die Zinsen zunächst auf dem aktuellen Niveau hält.

Auch der geopolitische Safe-Haven-Impuls ist vorerst weniger dominant. Präsident Donald Trump sagte, Berichte deuteten darauf hin, dass die im Zusammenhang mit dem Vorgehen gegen Proteste stehenden Tötungen im Iran nachlassen und keine groß angelegten Hinrichtungen geplant seien. Gleichzeitig schloss er mögliche US-Militärmaßnahmen nicht aus und betonte, Washington beobachte die Lage weiter (laut Reuters).

Ein Gegengewicht bleibt die Debatte um die Unabhängigkeit der Fed: Fed-Chef Jerome Powell kritisierte die Entscheidung der Trump-Administration, ihn per Subpoena zu laden, und wertete das als Einschüchterungsversuch, um eine lockerere Geldpolitik zu erzwingen. Trump sagte am Mittwoch, er plane nicht, Powell zu entlassen – es sei jedoch „zu früh“, um zu sagen, was er letztlich tun werde.

Daily Digest: USD fester, US-Daten stützen

Der US Dollar Index (DXY) legt nach leichten Verlusten am Vortag wieder zu und notiert zum Zeitpunkt der Erstellung um 99.10. Ein festerer Dollar dämpft typischerweise die Nachfrage nach dem in USD notierten Gold aus dem Ausland.

Bei den Konjunkturdaten meldete das US Census Bureau, dass die Retail Sales im November auf $735.9 billion stiegen (+0.6%), nach -0.1% im Oktober – und damit über der Erwartung von +0.4% lagen. Gleichzeitig fiel der PPI im November „hot“ aus: Sowohl Headline als auch Core lagen bei 3% YoY.

Vor diesem Hintergrund verschoben Analysten von Morgan Stanley ihre Erwartungen für Zinssenkungen auf Juni und September (zuvor Januar und April), nach dem Arbeitsmarktbericht vom Freitag. Zudem sagte Neel Kashkari (Minneapolis Fed), die Wirtschaft wirke insgesamt robust, die Inflationsrate sei noch zu hoch, bewege sich aber in die richtige Richtung. Das Beige Book der Fed verwies darauf, dass die Aktivität seit Mitte November in den meisten Distrikten in einem „slight to modest pace“ zugenommen habe – eine Verbesserung gegenüber den letzten drei Zyklen.

Bei der Inflation: Der Core CPI stieg im Dezember um 0.2% (unter Erwartung), die jährliche Kernrate blieb bei 2.6% (Vierjahrestief). Der CPI insgesamt legte um 0.3% MoM zu; die Jahresrate lag bei 2.7%.

Zu Iran heißt es außerdem, die US-basierte HRANA-Rechtsgruppe habe am Mittwoch eine Opferzahl von 2,571 im Kontext der Proteste gemeldet. Trump habe Iraner zum Weiterprotest aufgerufen und erklärt, Hilfe sei „auf dem Weg“ (Reuters). Zudem bekräftigte Trump die Ankündigung von 25% Zöllen auf Waren aus Ländern, die mit Iran Geschäfte machen – mit sofortiger Wirkung, ohne weitere Details.

Technisch: Trend bleibt intakt, aber „Ascending Wedge“ mahnt zur Vorsicht

Gold handelt am Donnerstag um $4,600. Im Tageschart bleibt der Kurs laut Einordnung in einem entstehenden Ascending Wedge – ein Muster, das nachlassendes Aufwärtsmomentum signalisieren und bei Bruch nach unten eine bearishe Umkehr warnen kann.

  • Gold hält sich über der steigenden 9-day EMA bei $4,535.64 – der kurzfristige Aufwärtstrend bleibt damit intakt.

  • Die 50-day EMA dreht nach oben und stützt den breiteren bullischen Bias.

  • Der 14-day RSI liegt bei 66.05: positiv, aber nicht in extrem überkauften Bereichen.

Widerstände: Zunächst das Rekordhoch bei $4,643, danach die obere Wedge-Begrenzung um $4,660. Ein Bruch darüber könnte Raum bis $4,700 öffnen.
Unterstützungen: Erst die 9-day EMA $4,535.64, danach die untere Wedge-Linie um $4,490.00.

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