Bitcoin vor dem Ausbruch? Warum die Rally diesmal nicht aus der Krypto-Welt kommt

Quelle Fxstreet

Die jüngste Rally des Bitcoin (BTC) wird nach Einschätzung von CoinShares vor allem von einem günstigeren makroökonomischen Umfeld und weniger von kryptospezifischen Faktoren angetrieben. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Unternehmens hervor.

Bitcoin profitiert vom besseren makroökonomischen Umfeld

Die jüngsten Konjunkturdaten haben laut CoinShares die Argumente für eine weitere Straffung der US-Geldpolitik geschwächt. Ein nachlassender Inflationsdruck und schwächere Arbeitsmarktdaten hätten die Erwartungen verstärkt, dass die US-Notenbank Fed zu einem weniger restriktiven geldpolitischen Kurs übergehen könnte.

CoinShares verwies darauf, dass Bitcoin besonders empfindlich auf veränderte Erwartungen an die Liquidität und die Realrenditen reagiert. Die veränderten Zinserwartungen wirkten sich daher positiv auf die größte Kryptowährung aus.

„Die jüngste Bitcoin-Rally ist eine Makro-Geschichte und keine Krypto-Geschichte“, erklärte CoinShares.

Als weiteren Hinweis auf das veränderte Umfeld führte das Unternehmen den US-Anleihemarkt an. Die Renditen kurzlaufender Staatsanleihen sind gesunken, was darauf hindeutet, dass Anleger keine weiteren Zinserhöhungen der Fed mehr einpreisen. Die Renditen länger laufender Anleihen sind dagegen weiter gestiegen. Darin spiegeln sich zunehmende Sorgen über die Haushaltslage der USA wider.

Neben dem günstigeren makroökonomischen Umfeld hat sich laut CoinShares auch die Positionierung bei Bitcoin verbessert. Große Marktteilnehmer, sogenannte Wale, seien von Verkäufen zunehmend zur Akkumulation übergegangen.

Allerdings warnte das Unternehmen davor, daraus bereits einen unmittelbar bevorstehenden und nachhaltigen Ausbruch abzuleiten. Die Käufe hätten bislang noch kein Niveau erreicht, das ein solches Szenario bestätigen würde.

„Diese Verschiebung hat dazu beigetragen, die Kurse zu stützen und Bitcoin überzeugend über seinen gleitenden 200-Tage-Durchschnitt zu führen – eine Marke, deren Überwinden in der Vergangenheit häufig mit stärkeren Rallys verbunden war“, schrieb CoinShares.

Kurzfristig rechnet CoinShares dennoch mit einer Seitwärtsbewegung und sieht die Marke von 80.000 Dollar als entscheidenden Widerstand. Für einen nachhaltigen Ausbruch darüber könnte eine klarere Bestätigung der Fed erforderlich sein, dass das Risiko einer weiteren geldpolitischen Straffung abgenommen hat, hieß es in dem Bericht.

Bitcoin führt bei institutioneller Nachfrage – Zuflüsse 2026 wieder positiv

Während Bitcoin nahe der Marke von 80.000 Dollar notiert, gibt es auch bei der institutionellen Nachfrage Anzeichen für eine Erholung. Nach Angaben von CoinShares flossen in dieser Woche bereits 2,2 Milliarden Dollar in Anlageprodukte auf digitale Vermögenswerte. Damit zeichnet sich der höchste wöchentliche Zufluss des laufenden Jahres ab.

Davon entfielen 1,6 Milliarden Dollar auf Bitcoin-Produkte. Nach einer längeren Phase schwächerer Nachfrage drehten die Mittelzuflüsse seit Jahresbeginn damit wieder ins Plus.

CoinShares verwies zudem auf regulatorische Entwicklungen in den USA, darunter Fortschritte beim CLARITY Act. Diese könnten nach Einschätzung des Unternehmens größere Auswirkungen auf Ethereum (ETH), Solana (SOL) und den breiteren Altcoin-Markt haben als auf Bitcoin.

Als möglichen Test für die nächste größere Marktbewegung nannte der Bericht das Notenbank-Symposium der Fed in Jackson Hole. Anleger dürften dort vor allem auf Hinweise zur weiteren Ausrichtung der Geldpolitik achten, darunter auf Äußerungen von Fed-Chef Kevin Warsh.

Bitcoin notierte zum Zeitpunkt der Erstellung bei 78.580 Dollar und damit rund acht Prozent höher als 24 Stunden zuvor.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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