Das Mitglied des geldpolitischen Rats der Bank of Japan (BoJ), Kazuyuki Masu, sagte am Donnerstag, dass der Leitzins immer noch unter unserer geschätzten Spanne des neutralen Zinssatzes liegt und seit sehr langer Zeit unter diesem Niveau verharrt, sodass dies bald korrigiert werden muss.
Die zugrunde liegende Inflation nähert sich allmählich 2%, aber wir sehen derzeit kein starkes Überschießen über dieses Niveau.
Wir sollten bei der Anhebung der Kreditkosten vorsichtig vorgehen, als wir nach der Möglichkeit einer Zinserhöhung um 50 Basispunkte gefragt wurden.
Der Leitzins der BoJ liegt immer noch unter unserer geschätzten Spanne des neutralen Zinssatzes und verharrt seit sehr langer Zeit unter diesem Niveau, sodass dies bald korrigiert werden muss.
Es ist unnatürlich, dass der Leitzins der BoJ unter seiner geschätzten Spanne des neutralen Niveaus bleibt.
Bei Redaktionsschluss liegt das Paar USD/JPY um 0,05% höher als am Tag bei 153,60.
Die Bank of Japan (BoJ) steuert die japanische Geldpolitik und hat ein Inflationsziel von rund 2 %. Ihre Maßnahmen haben einen wesentlichen Einfluss auf den japanischen Yen.
Die Bank of Japan implementierte im Jahr 2013 eine extrem expansive Geldpolitik, um die wirtschaftliche Aktivität zu stimulieren und in einem deflationären Umfeld Inflation zu erzeugen. Diese Politik, basierend auf quantitativer und qualitativer Lockerung (QQE), beinhaltete den Ankauf von Vermögenswerten wie Staats- und Unternehmensanleihen durch die Schaffung von Zentralbankgeld, um zusätzliche Liquidität bereitzustellen. Im Jahr 2016 intensivierte die BoJ diese Maßnahmen, führte Negativzinsen ein und begann, die Renditen von 10-jährigen Staatsanleihen direkt zu steuern. Im März 2024 vollzog die Bank eine Kehrtwende, indem sie die Zinsen anhob und sich damit von ihrer ultra-expansiven Geldpolitik distanzierte.
In den vergangenen zehn Jahren hat die entschlossene Haltung der Bank of Japan, an ihrer ultralockeren Geldpolitik festzuhalten, zu einer wachsenden geldpolitischen Divergenz im Vergleich zu anderen Zentralbanken, insbesondere der US-Notenbank, geführt. Dies verstärkte die Renditedifferenz zwischen 10-jährigen US-Staatsanleihen und japanischen Staatsanleihen und stärkte den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen. Mit der Entscheidung der BoJ im Jahr 2024, ihre expansive Geldpolitik schrittweise zu lockern, und dem gleichzeitigen Beginn von Zinssenkungen in anderen großen Zentralbanken, wird diese Differenz nun zunehmend eingeengt.
Der schwächere Yen und steigende globale Energiepreise haben die Inflation in Japan über das Ziel der BoJ von 2 % hinausgetrieben. Zusätzlich hat die Erwartung steigender Löhne – ein zentraler Treiber der Inflation – diese Entwicklung weiter verstärkt.