Das Währungspaar AUD/JPY verliert am Donnerstag in der frühen europäischen Sitzung an Dynamik und nähert sich der Marke von 110,75. Der japanische Yen (JPY) legt gegenüber dem australischen Dollar (AUD) zu, da die Erwartungen an eine baldige Zinserhöhung durch die Bank of Japan (BoJ) steigen.
Laut einer Reuters-Umfrage dürfte die BoJ auf ihrer geldpolitischen Sitzung im September die Zinsen auf 1,25% anheben und dann im zweiten Quartal (Q2) 2027 auf 1,75%, früher als bislang angenommen.
Das BoJ-Direktoriumsmitglied Kazuyuki Masu sagte am Donnerstag, dass die Zentralbank angesichts der lockeren finanziellen Bedingungen des Landes letztlich gezwungen sein könnte, die Zinsen rasch anzuheben, falls sich die Inflation beschleunigt.
In der vergangenen Woche erklärte das BoJ-Direktoriumsmitglied Hajime Takata, die Zentralbank könne einen aggressiveren Ansatz verfolgen als erwartet. Takata fügte hinzu, dass eine Anhebung um 25 Basispunkte „nicht unbedingt in Stein gemeißelt“ sei und dass grundsätzlich auch aufeinanderfolgende Zinserhöhungen möglich wären.
DBS Group Research betont, dass die BoJ bei ihrer bevorstehenden Sitzung vorsichtig vorgehen müsse, und warnt, dass die Entscheidungsträger „die Marktauswirkungen großer geldpolitischer Überraschungen im Blick behalten“ sollten, insbesondere nachdem die „unerwartete Zinserhöhung im Juli 2024 einen massiven Abbau von JPY-Carry-Trades und Unruhe an den globalen Finanzmärkten ausgelöst hatte“. Die Bank warnt, dass „das Risiko eines Carry-Trade-Abbaus und übermäßiger Marktvolatilität nicht unterschätzt werden sollte, wenn die BoJ die Märkte dieses Mal überraschen würde“, und unterstreicht damit die Bedeutung eines gut kommunizierten und maßvollen geldpolitischen Schritts.
Im Tageschart setzt AUD/JPY seine Korrekturphase unterhalb des gebündelten Widerstands des 100-Tage-Durchschnitts (MA) und des 20-Perioden-Simple-Moving-Average (SMA) der Bollinger-Bänder fort. Diese Positionierung hält den kurzfristigen Bias bärisch, wobei sich der Kurs näher am unteren Bollinger-Band hält, während der Relative Strength Index (14) um 33 auf ein schwaches, eher überverkauftes Momentum hindeutet, das bislang keine nennenswerte Erholung auslöst.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim Tief vom 10. August bei 111,63, gefolgt vom Tief vom 20. August bei 112,52. Die entscheidende Hürde befindet sich bei 113,10 und entspricht dem 100-Tage-MA sowie der Bollinger-Mittellinie. Das obere Bollinger-Band nahe 115,60 wirkt als weiter entfernter Deckel.
Auf der Unterseite bietet das untere Bollinger-Band bei 110,60 die erste nennenswerte Unterstützung. Ein nachhaltiger Bruch unter dieses Niveau würde die psychologisch wichtige Marke von 110,00 freilegen, gefolgt vom Tief vom 3. August bei 109,24.
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Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.