Die Rohstoffstrategen Ryan McKay und Bart Melek von TD Securities sehen WTI-Rohöl weiter im Aufwärtstrend, da im Konflikt mit Iran keine Lösung absehbar ist. Sie verweisen auf eine anhaltende Marktverknappung, auch wenn sich die Defizite etwas entspannt haben. Neue Angriffe und eine stärkere Aktivität Chinas könnten die Angebotslage weiter verschärfen und den Weg des geringsten Widerstands bei den Ölpreisen nach oben gerichtet halten.
„Rohöl legt zu, da ein Ende des Konflikts offenbar nicht in Sicht ist. Eine weitere Eskalationsrunde und die erkennbare Präferenz für begrenzte Angriffe und wirtschaftlichen Druck statt für Verhandlungen lassen den Energiemarkt weiter auf einem Pfad zunehmender Verknappung.“
„Zwar hat sich das Ausmaß des Defizits am Rohölmarkt etwas verringert, da sich die höheren Volumina dunkler Ölströme stabilisiert haben. Insgesamt bleibt der Markt jedoch angespannt.“
„Eine weitere Verknappung könnte sich dennoch materialisieren, falls diese erneuten Angriffe anhalten und die Hinweise zunehmen, dass China am Markt aktiver wird.“
„Wir haben argumentiert, dass chinesische Raffineriekapazitäten genutzt werden müssten, um den Druck am Produktmarkt zu lindern. Das würde jedoch faktisch einen Teil der extremen Knappheit bei Ölprodukten auf den Rohölmarkt verlagern.“
„Der Weg des geringsten Widerstands bleibt bei Rohöl nach oben gerichtet, selbst wenn die Preise wieder dreistellige Niveaus erreichen.“