TradingKey – Barclays hat vor Kurzem sein Ziel für den S&P 500 Index zum Jahresende 2026 von 7.800 auf 7.950 Punkte angehoben, was ein Aufwärtspotenzial von rund 4 % gegenüber dem Schlussstand des Index vom 9. September bei 7.636 Punkten bedeutet. Die Bank behielt zudem ihren positiven mittel- bis langfristigen Ausblick für US-Aktien bei und prognostiziert, dass der S&P 500 bis Ende 2027 8.800 Punkte erreichen könnte.
Der Hauptgrund für die Zielanhebung durch Barclays ist die anhaltende Stärke der US-Unternehmensgewinne. Nach Daten von LSEG übertrafen von den 492 S&P 500-Unternehmen, die bislang Ergebnisse für das zweite Quartal vorgelegt haben, 86 % die Gewinnschätzungen der Analysten – deutlich mehr als der langfristige Durchschnitt von 67,5 %, wobei Mega-Cap-Technologieunternehmen eine besonders starke Entwicklung zeigten.
Da die Unternehmensgewinne die bisherigen Erwartungen übertroffen haben, hob Barclays auch seine Prognose für den Gewinn je Aktie (EPS) des S&P 500 für 2026 deutlich von 337 US-Dollar auf 365 US-Dollar an. Die Strategen von Barclays sind der Ansicht, dass steigende Investitionen in die KI-Infrastruktur sowie die widerstandsfähige US-Konjunktur das Gewinnwachstum der Unternehmen in den kommenden Quartalen weiter stützen werden, was als Haupttreiber für einen steigenden Index erwartet wird.
Allerdings bleibt Barclays hinsichtlich einer weiteren Ausweitung der Bewertungen bei US-Aktien vorsichtig. Die Bank wies darauf hin, dass zu den Marktrisiken die Nachhaltigkeit der KI-Investitionen (CapEx), die anhaltend hohe US-Inflation, geopolitische Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie eine restriktivere Ausrichtung der US-Notenbankpolitik gehören. Seit Jahresbeginn hat der S&P 500 ein Plus von rund 12 % erzielt, sodass die Marktbewertungen auf einem relativ hohen Niveau liegen.
Sektorseitig stufte Barclays den US-Versorgungssektor von „Positiv“ auf „Neutral“ herab und begründete dies mit höheren Genehmigungshürden für den Bau von Rechenzentren in bestimmten Regionen sowie regulatorischen Unsicherheiten.
Zuletzt haben auch andere Wall-Street-Institute ihre Aussichten für den US-Aktienmarkt nach oben korrigiert. HSBC hatte zuvor ihr Jahresendziel für den S&P 500 auf 8.100 Punkte angehoben, während UBS, Goldman Sachs und Citigroup derzeit alle erwarten, dass der S&P 500 bis zum Jahresende 8.000 Punkte erreichen oder übertreffen wird. Dies unterstreicht, dass robuste Unternehmensgewinne und KI-Investitionen weiterhin die zentralen Treiber für den Optimismus der Institutionellen gegenüber US-Aktien sind.

S&P 500 Index – Wochenchart, Quelle: TradingView
Aus charttechnischer Sicht weisen die gleitenden Durchschnitte SMA20, SMA60 und SMA144 im Wochenchart des S&P 500 Index eine bullische Ausrichtung auf, was darauf hindeutet, dass der mittel- bis langfristige Aufwärtstrend des Index intakt bleibt und eine hohe Dynamik aufweist. Derzeit hat der Index das 0,618-Fibonacci-Extension-Niveau bei 7.650 nach oben durchbrochen, was weiteres Aufwärtspotenzial in Richtung des 0,718-Fibonacci-Extension-Niveaus bei der Marke von 8.000 eröffnet.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung für den S&P 500 beim gleitenden Durchschnitt SMA10 zwischen 7.620 und 7.600 Punkten. Sollte diese Marke nicht halten, könnte der Index nach unten nachgeben und die Unterstützung beim SMA20 nahe 7.500 Punkten testen.