Gold (XAU/USD) baut auf dem Ausbruchsmomentum der vergangenen Woche über den technisch wichtigen 200-Tage-Simple-Moving-Average (SMA) auf und steigt während der asiatischen Sitzung am Montag über 4.650 USD, womit es ein frisches Hoch seit Mitte Mai erreicht. Der US-Dollar (USD) verharrt nahe einem Mehrmonatstief, da die Wetten auf eine unmittelbare Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) nachlassen und die Renditen von US-Staatsanleihen schwächer sind, was wiederum dem zinslosen Edelmetall Unterstützung verleiht.
Die gemäßigteren US-Inflationsdaten für Juli dämpften die Erwartungen hinsichtlich einer kurzfristigen Straffung der Fed-Geldpolitik. Folglich haben sich die Markterwartungen in Richtung eines unveränderten Zinsniveaus bei der bevorstehenden FOMC-Sitzung am 15. und 16. September verschoben. Hinzu kommt, dass US-Finanzminister Scott Bessent sich bereit zeigte, aggressiver einzugreifen, nachdem die Renditen über das Niveau vor der Ankündigung der Rückkäufe gestiegen waren. Tatsächlich teilte das US-Finanzministerium am vergangenen Mittwoch mit, dass es die Rückkaufoperationen für langfristige Staatsschulden ab September mindestens verdoppeln werde. Bessent versicherte den Märkten, dass das Volumen der Rückkäufe mehr als die 4 Milliarden Dollar je Emission betragen könnte. Dies hält die Renditen von US-Staatsanleihen unter einem Mehrjahreshoch gedrückt und hilft dem USD nicht, eine nennenswerte Erholung zu verzeichnen.
Unterdessen preisen die Märkte weiterhin eine Wahrscheinlichkeit von über 70% ein, dass die US-Notenbank die Kreditkosten bis zum Jahresende mindestens einmal anheben wird, angesichts der Inflationsrisiken durch volatile Ölpreise. Daher richtet sich der Fokus auf die Veröffentlichung des US-Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) am Mittwoch. Darüber hinaus wird die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh beim Jackson-Hole-Symposium auf Hinweise zum künftigen geldpolitischen Kurs der Notenbank hin untersucht werden, was wiederum dem USD einen gewissen Impuls geben und den Goldpreis bewegen dürfte. In der Zwischenzeit könnten geopolitische Unsicherheiten den sicheren Hafen Dollar stützen.
US-Finanzminister Scott Bessent wird am Montag auf einer Pressekonferenz bekannt geben, was er als die härtesten Sanktionen in der Geschichte gegen den Iran bezeichnet hat. Der Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats des Iran, Mohsen Rezaei, reagierte darauf mit der Warnung, dass die Islamische Republik sämtliche Ölexporte durch die Straße von Hormus und überall sonst im Persischen Golf einstellen werde, falls der Wirtschaftskrieg weitergehe. Rezaei fügte hinzu, dass die Beteiligung eines Landes an den US-Sanktionen als Kriegshandlung gegen den Iran gewertet werde. Dies wiederum hält die Kriegsrisikoprämie im Spiel, was die Abwärtsbewegung des Greenback begrenzt und den Goldpreis möglicherweise deckelt, weshalb bei Bullen Vorsicht geboten ist.
Der Schlusskurs vom Freitag über dem Zusammenfluss bei 4.615-4.620 USD – bestehend aus dem 200-Tage-SMA und dem 61,8% Fibonacci-Retracement-Level des Rückgangs von April bis Juni – wurde als neuer Auslöser für die Bullen bei XAU/USD gesehen. Hinzu kommt, dass der Momentum-Indikator Moving Average Convergence Divergence (MACD) im positiven Bereich bleibt und steigende Werte aufweist, was auf ein anhaltendes Aufwärtsmomentum hindeutet. Der Relative Strength Index (RSI) bei 71,77 zeigt jedoch überkaufte Bedingungen, die das unmittelbare Aufwärtspotenzial begrenzen könnten.
Daher könnte jeder anschließende Anstieg zunächst auf Widerstand beim 78,6% Fibo.-Retracement nahe 4.684,43 USD stoßen, oberhalb dessen Gold das Zyklushoch um 4.891,38 USD testen könnte. Auf der Unterseite ergibt sich die erste relevante Unterstützung aus dem 61,8% Fibo.-Retracement bei 4.521,97 USD, verstärkt durch den 200-Tage-SMA bei 4.516,88 USD, während tiefere strukturelle Unterstützungen beim 50%-Retracement bei 4.407,86 USD und beim 38,2%-Niveau bei 4.293,75 USD zu sehen sind.
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Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.