WTI-Rohöl durchbricht 90 $, Brent nähert sich 100 $, Schifffahrtsrisiken im Nahen Osten treiben Ölpreise kontinuierlich nach oben

Quelle Tradingkey

TradingKey – Am 23. Juli setzten die internationalen Ölpreise ihren kräftigen Anstieg fort. WTI-Rohöl ( USOIL) durchbrach im Tagesverlauf die Marke von 90 US-Dollar und stieg um über 4 %, während Brent-Rohöl ( UKOIL) auf ein Hoch von 98,75 US-Dollar stieg, nur einen Schritt von der 100-Dollar-Marke entfernt. Die Ölpreise legten den fünften Handelstag in Folge zu, wobei der Fokus des Marktes weiterhin auf dem Risiko von Unterbrechungen beim Rohöltransport im Nahen Osten liegt.

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Tageschart des WTI-Rohölpreises, Quelle: TradingView

Die unmittelbare Ursache dieser Rally ist die weitere Eskalation der Spannungen in der Straße von Hormus. In der Nähe der Meerenge kam es auf einem Tanker zu einer Explosion, was die Sorgen des Marktes über eine anhaltende Verschlechterung der Sicherheit der Schifffahrt schürte. Iran erklärte daraufhin, dass Schiffe die Meerenge ohne vorherige Abstimmung nicht frei passieren könnten, was die Sorgen der Anleger über einen Rückgang der Rohölexporte aus dem Persischen Golf verstärkte. Die Straße von Hormus ist eine der weltweit wichtigsten Routen für den Öltransit. Sollte der Transit langfristig eingeschränkt werden, könnten die Exporte von Erzeugerländern wie Saudi-Arabien, dem Irak, den VAE und Kuwait gleichermaßen beeinträchtigt werden.

Unterdessen griffen die jemenitischen Huthi-Rebellen zwei saudische Tanker an und drohten mit einer Ausweitung der Blockade des Roten Meeres. Dies schürte am Markt die Sorge vor gleichzeitigen Unterbrechungen zweier entscheidender Schifffahrtswege: der Straße von Hormus und der Meerenge Bab al-Mandab. Da das Rote Meer ursprünglich eine wichtige Alternativroute für einige Golfstaaten zur Umgehung der Straße von Hormus darstellte, bedeuten die neuen Angriffe, dass der Rohöltransport unter noch größeren Druck geraten könnte.

Der rasche Anstieg der Ölpreise wird zudem durch die steigende Kraftstoffnachfrage im Sommer, die sinkende Förderung im Nahen Osten und die Erwartung schrumpfender Rohölbestände angetrieben. Der Fokus des Marktes hat sich von der Frage, 'ob es zu Lieferunterbrechungen kommen wird', hin zu der Frage verlagert, 'wie lange die Transitstörungen andauern werden'. Sollte Brent-Rohöl die Marke von 100 US-Dollar überschreiten, könnten die weltweiten Preise für Benzin, Diesel und Kerosin weiter steigen, was die Inflationserwartungen wieder nach oben treiben würde.

Für die Finanzmärkte sind hohe Ölpreise zwar vorteilhaft für Ölproduzenten und Energieaktien, sie könnten jedoch die Kosten für Luftfahrt-, Transport-, Chemie- und Fertigungsunternehmen in die Höhe treiben. Gleichzeitig könnte der steigende Inflationsdruck den Spielraum der großen Zentralbanken für Zinssenkungen einschränken, was US-Aktien und andere Risikoanlagen belasten dürfte. Kurzfristig werden die Transitbedingungen in der Straße von Hormus, die Entwicklung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran sowie die Sicherheit der Tanker im Roten Meer weiterhin darüber entscheiden, ob die Ölpreise ihre starke Dynamik beibehalten können.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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