Der Goldpreis (XAU/USD) fällt am Mittwoch um über 1,30 %, da die Spannungen im Nahen Osten den Greenback stützten, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, das Abkommen zur Beendigung des Krieges mit Iran sei „vorbei“. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert XAU/USD bei 4.059 USD nach einem Vier-Tage-Tief von 4.021 USD.
Das gelbe Metall spürt die Stärke des US-Dollars (USD) sowie die steigenden Renditen der US-Staatsanleihen. Die Zweifel von US-Präsident Trump an einem Deal mit Iran erhöhten die Chancen auf eine Wiederaufnahme von Angriffen, was den Ölpreis unter Druck setzte.
Western Texas Intermediate (WTI), die US-Rohöl-Benchmark, gewinnt über 3 % und notiert zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei 74,50 USD pro Barrel. Dies stärkte den Greenback, da hohe Energiepreise das Risiko einer hohen Inflation bergen und Wetten auf höhere Zinssätze anheizen. Der US-Dollar-Index (DXY), der die Performance des Greenback gegenüber sechs Währungen verfolgt, liegt 0,10 % höher bei 101,20.
Die Renditen der US-Staatsanleihen steigen, wobei die 10-jährige T-Note um fast 8,5 Basispunkte auf 4,589 % zulegt, was für das zinslose Metall ein Gegenwind ist.
Die Swaps-Märkte haben bis zum Jahresende eine Straffung der Geldpolitik durch die Federal Reserve (Fed) um 27 Basispunkte eingepreist. Dennoch erwarten Händler für die Juli-Sitzung, dass die Fed die Zinsen hält, da die Wahrscheinlichkeit bei 65 % für eine Beibehaltung gegenüber einer knappen 35 % Chance auf eine Zinserhöhung liegt, so Prime Terminal.

Als nächstes werden Händler die Veröffentlichung des Protokolls der letzten Fed-Sitzung beobachten, der ersten unter der Leitung von Kevin Warsh. Am Donnerstag umfasst der US-Wirtschaftskalender die Veröffentlichung der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche bis zum 4. Juli.
Die Bank of America senkte ihre Goldpreisprognose für 2026 um 14 % auf 4.360 USD aufgrund einer restriktiven Fed, sieht aber dennoch 5.000 USD nach dem Straffungszyklus als erreichbar an.
Die Kursentwicklung zeigt, dass Gold weiterhin abwärtsgerichtet ist, wobei das gelbe Metall zum dritten Mal in Folge an einem Tag ein neues Tief markiert, was auf die Stärke der Verkäufer hinweist. Der Relative-Stärke-Index (RSI) bestätigt, dass die Bären an Fahrt gewinnen, da der Index in Richtung überverkaufter Bereiche fällt.
Händler sollten beachten, dass das Tages-Chart von Gold die Bildung eines „Death Cross“ zeigt, ein Hinweis darauf, dass mittelfristig und langfristig weitere Verluste zu erwarten sind.
Für eine bärische Fortsetzung muss Gold unter 4.100 USD bleiben. Ist dies erreicht, wäre die nächste Station das Tagestief bei 4.021 USD, gefolgt von der Marke von 4.000 USD. Bei weiterer Schwäche ist das Jahrestief (YTD) bei 3.941 USD die nächste Anlaufstelle, gefolgt vom Tagestief vom 28. Oktober 2025 bei 3.886 USD.
Um in einen bullischen Trend zu wechseln, muss Gold überzeugend über 4.250 USD ausbrechen und 4.300 USD anpeilen. Wichtige Widerstandsniveaus sind der 50-Tage-SMA bei 4.372 USD und der 200-Tage-SMA bei 4.491 USD, wobei auch 4.500 USD in Reichweite liegen.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.