Gold (XAU/USD) zieht zu Beginn einer neuen Woche einige Käufer an und scheint vorerst eine dreitägige Verlustserie nach einem am vergangenen Freitag erreichten mehr als einwöchigen Tief beendet zu haben. Die Rohölpreise fallen nach einer moderaten bullischen Kurslücke, nachdem die Vermittler Katar und Pakistan einen formellen 60-Tage-Fahrplan zur Sicherung eines endgültigen US-Iran-Friedensabkommens angekündigt hatten. Dies trägt wiederum dazu bei, die Sorgen um Inflation und höhere Zinssätze zu mildern und bietet dem Edelmetall etwas Unterstützung.
Dennoch preisen die Händler weiterhin eine fast 90%ige Wahrscheinlichkeit ein, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Kreditkosten bis Ende dieses Jahres anheben wird. Die Wetten wurden durch die restriktive Prognose der Fed in der vergangenen Woche angeheizt, die signalisiert, dass sie den Leitzins in diesem Jahr erhöhen muss, wenn die Inflation hartnäckig bleibt. Darüber hinaus konzentrierte sich der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh während der Pressekonferenz nach der Sitzung auf die Preisstabilität und deutete an, dass die Zentralbank möglicherweise nicht eilig die Zinsen senken wird, selbst wenn das Wachstum zurückgeht. Abgesehen davon wirken geopolitische Entwicklungen am Wochenende als Rückenwind für den US-Dollar (USD), was weitere Gewinne für Gold begrenzen sollte.
Der Iran beschuldigte die USA und Israel, den Waffenstillstand verletzt zu haben, und kündigte an, die Straße von Hormus erneut geschlossen zu haben, mit Verweis auf die anhaltenden israelischen Angriffe im Libanon. Zudem drohte US-Präsident Donald Trump mit neuen Militäraktionen gegen den Iran, falls die Hisbollah die Angriffe auf Israel fortsetzt. Dies unterstreicht die Fragilität des diplomatischen Prozesses und hält die geopolitische Risikoprämie aufrecht. Hinzu kommt, dass Russland in den letzten Wochen seine Angriffe auf wichtige ukrainische Städte intensiviert hat, was dem sicheren Hafen Greenback hilft, den Rückgang vom Freitag von seinem höchsten Stand seit Mai 2025 zu stoppen, und Gold unter Druck hält, was Vorsicht bei den Bullen gebietet.
Für die Zukunft richten sich alle Blicke auf die US-Iran-Schlagzeilen, die weiterhin Volatilität auf den globalen Finanzmärkten auslösen könnten. Darüber hinaus werden Kommentare einflussreicher FOMC-Mitglieder die USD-Nachfrage antreiben und dem Edelmetall etwas Schwung verleihen. Dennoch deutet der oben genannte fundamentale Hintergrund darauf hin, dass eine versuchte Erholung weiterhin als Verkaufsgelegenheit gesehen werden könnte und schnell verpufft.
Aus technischer Sicht begünstigen die gescheiterten Versuche der letzten Woche, den 200-Tage-Exponentiell Gleitenden Durchschnitt (EMA), der sich von Unterstützung zu Widerstand gewandelt hat, zu überwinden, sowie der anschließende Rückgang die Bären bei XAU/USD. Zudem bewegt sich der Relative Strength Index (RSI) im oberen 30er-Bereich, was auf ein gedämpftes Kaufinteresse hinweist. Hinzu kommt, dass der Moving Average Convergence Divergence (MACD) weiterhin im negativen Bereich mit einem leicht negativen Histogramm verbleibt, was darauf hindeutet, dass das Abwärtsmomentum nachlässt, aber noch nicht umgekehrt ist.
Der 200-Tage-EMA nahe 4.334 USD sollte als erste wichtige Marke fungieren, die die Bullen zurückerobern müssen, um den aktuellen bärischen Druck zu mildern. Solange dieses Niveau nicht auf Tagesbasis zurückerobert wird, dürften Erholungen als Korrekturen innerhalb eines breiteren konsolidierenden Abwärtstrends betrachtet werden, wobei die Momentum-Signale darauf hindeuten, dass weitere Tests niedrigerer Niveaus nicht ausgeschlossen werden können.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.