ING-Analyst Francesco Pesole hebt hervor, dass der Sieg von Andy Burnham bei der Nachwahl dessen Weg an die Spitze der britischen Regierung ebnet. An den Wettmärkten werde inzwischen mit einem Machtwechsel bis zum Ende des Sommers gerechnet. Das Ausbleiben einer politischen Risikoprämie bei Pfund-Anlagen deute darauf hin, dass Anleger nur begrenzte fiskalische Risiken erwarteten. ING hält zugleich an einer grundsätzlich positiven Einschätzung für das Währungspaar EUR/GBP fest, verweist auf ausbleibende Zinserhöhungen der Bank of England und sieht in möglichen fiskalpolitischen Schlagzeilen ein Aufwärtsrisiko.
„In den kommenden Tagen könnten wir bereits Rücktritte im Kabinett sehen, die darauf abzielen, Premierminister Keir Starmer zum Rückzug zu bewegen und einen Übergang zu Burnham zu beschleunigen. Die Alternative wäre ein längerer Führungskampf. In jedem Fall sind die Wettmärkte – und vermutlich auch die Anlegergemeinschaft – mit sehr hoher Überzeugung davon überzeugt, dass Burnham bis zum Ende des Sommers Premierminister wird.“
„Das Ausbleiben einer politischen Risikoprämie beim Pfund im vergangenen Monat deutet darauf hin, dass die Märkte zunehmend davon überzeugt sind, dass Burnham mit seinen Finanzplänen keine Turbulenzen am Markt für britische Staatsanleihen auslösen wird. Dennoch liegt die Hürde seit 2022 niedrig, damit Pfund und Staatsanleihen negativ auf finanzpolitische Schlagzeilen reagieren, und wir betrachten dies als ein Aufwärtsrisiko für unsere grundsätzlich positive Einschätzung von EUR/GBP. Unsere Einschätzung basiert jedoch in erster Linie auf unserer Erwartung, dass die Bank of England die Zinsen nicht weiter anheben wird. Die gestrige, weitgehend ereignislose Sitzung hat uns in dieser Überzeugung zusätzlich bestärkt.“