Der Goldpreis (XAU/USD) liegt während der europäischen Handelssitzung am Mittwoch um 0,7 % niedriger bei knapp 4.475 USD. Das Edelmetall steht unter Verkaufsdruck, obwohl die Ölpreise gefallen sind.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts liegt der WTI-Ölpreis um 3,8 % niedriger bei knapp 89,00 USD.
Die Edelmetalle haben in den vergangenen Monaten unterdurchschnittlich abgeschnitten, da die erhöhten Ölpreise aufgrund des Kriegs im Nahen Osten die Inflation in den Vereinigten Staaten (US) anheizten und Händler zwangen, ihre dovishen Wetten auf die Federal Reserve (Fed) für das Jahr zu reduzieren.
Die Ölpreise sind trotz zunehmender Bedenken hinsichtlich eines dauerhaften Abkommens zwischen den Vereinigten Staaten (US) und Iran gefallen.
Die Unsicherheit über das US-Iran-Abkommen hat sich verschärft, da der Iran sogenannte US-"Defensivschläge" verurteilt hat und die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) mit Vergeltungsmaßnahmen droht. Am Montag startete das US-Zentralkommando Angriffe auf den Iran, die als "Selbstverteidigung" beschrieben wurden, mit dem Ziel, "Truppen vor Bedrohungen durch iranische Streitkräfte zu schützen", berichtete die BBC.
Die Abwärtsbewegung beim Goldpreis scheint eine Verschiebung der Sorgen der Fed-Politiker hin zu hoher Inflation statt zu schwachen Arbeitsmarktbedingungen zu sein. Früh am Tag sagte der Präsident der Federal Reserve Bank von Minneapolis, Neel Kashkari, dass die Hauptsorge der Zentralbank nun die höhere US-Inflation sei und nicht die sich verschlechternden Arbeitsmarktbedingungen; die Zentralbank müsse jedoch beide Aspekte beachten.
Laut dem CME FedWatch Tool liegen die Chancen, dass die Fed die Zinssätze in diesem Jahr auf dem aktuellen Niveau hält, bei 52,3 %, während der Rest mindestens eine Zinserhöhung in diesem Jahr erwartet. Dies ist eine deutliche Kehrtwende gegenüber den vor dem Kriegsausbruch erwarteten zwei Zinssenkungen.
Technisch gesehen deutet das Szenario von hawkishen Fed-Wetten oder einem anhaltenden Halten der Zinssätze schlecht für nicht renditeträchtige Anlagen wie Silber.

XAU/USD handelt zum Zeitpunkt der Berichterstattung deutlich niedriger bei rund 4.475 USD. Die kurzfristige Stimmung für das gelbe Metall ist bärisch, da es unter dem 20-Tage-Exponentiellen gleitenden Durchschnitt (EMA) liegt, der bei 4.586,85 USD notiert.
Der Abwärtstrend wird auch durch einen gedämpften Relative Strength Index (RSI) bei 39 verstärkt, der sich im bärischen Bereich befindet, ohne jedoch eindeutige überverkaufte Bedingungen anzuzeigen, was darauf hindeutet, dass Verkäufer weiterhin die Kontrolle behalten, während unmittelbare Erholungsversuche wahrscheinlich unterhalb der nahegelegenen EMA-Barriere begrenzt bleiben.
Auf der Oberseite ist der erste Widerstand durch den 20-Tage-EMA bei 4.586,85 USD definiert, und ein Tages-Schlusskurs über dieser dynamischen Hürde wäre erforderlich, um den Abwärtsdruck zu verringern und den Weg für eine nachhaltigere Erholung in Richtung des Hochs vom 14. Mai bei 4.718,82 USD zu ebnen. Nach unten könnte der Goldpreis in Richtung des Tiefs vom 26. März bei 4.351,23 USD fallen, falls er unter das Tief vom 20. Mai bei 4.453,72 USD rutscht.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.