Der Goldpreis (XAU/USD) notiert am Montag im frühen asiatischen Handel mit leichten Verlusten um 4.605 USD. Die Marktteilnehmer werden die Entwicklungen rund um die anhaltenden geopolitischen Spannungen genau beobachten. Der Präsident der Federal Reserve (Fed) von New York, John Williams, wird später am Montag sprechen.
Bloomberg berichtete am Sonntag, dass die Bemühungen um eine Vermittlung zur Beendigung des Iran-Kriegs andauern, nachdem US-Präsident Donald Trump angedeutet hatte, dass der jüngste Friedensvorschlag Teherans möglicherweise nicht ausreiche, um ihn zufriedenzustellen. Trump sagte außerdem, dass die USA ab Montag damit beginnen werden, einige neutrale Schiffe, die im Persischen Golf feststecken, durch die Straße von Hormus zu geleiten.
Unterdessen warnte ein iranischer Beamter, dass eine US-Einmischung in Hormus als Verletzung des Waffenstillstands betrachtet werde, und fügte hinzu, dass die Straße von Hormus und der Persische Golf kein Ort für Rhetorik seien.
Jegliche Anzeichen einer Eskalation der Spannungen im Nahen Osten könnten Inflationsängste schüren und die Hürden für Zinssenkungen erhöhen. Dies könnte wiederum das gelbe Metall belasten. Gold wird oft in Zeiten geopolitischer Unsicherheit genutzt, bringt jedoch keine Zinsen, was es bei hohen Zinssätzen weniger attraktiv macht.
Andererseits könnte die Nachfrage großer Zentralbanken den Abwärtstrend beim gelben Metall begrenzen. Die Reserve Bank of India (RBI) hat sich auf die „Rückführung“ konzentriert und bringt zum dritten Mal in Folge über 100 Tonnen ihres Goldes zurück nach Indien. Sie hält derzeit etwa 880 Tonnen Gold zum Ende März 2026.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.