Das Paar USD/JPY zieht nach einem moderaten Rückgang während der asiatischen Sitzung auf das Niveau von 156,60 am Montag einige Dip-Käufer an. Die Kassakurse steigen in der letzten Stunde auf die Marke von 157,00, es fehlt jedoch an Anschlusskäufen, was Vorsicht vor einer Positionierung für eine Ausweitung der guten Erholung vom Freitag aus dem Bereich 155,50-155,45, dem tiefsten Stand seit dem 25. Februar, rechtfertigt.
Erneute Sorgen über das Risiko einer weiteren Eskalation der Spannungen im Nahen Osten unterstützen den sicheren Hafen US-Dollar (USD) dabei, eine moderate bärische Kurslücke zu schließen, was wiederum als Rückenwind für das Paar USD/JPY wirkt. US-Präsident Donald Trump kündigte an, dass die USA damit beginnen werden, neutrale Schiffe unter einer Operation namens Project Freedom aus der Straße von Hormus zu geleiten, und fügte hinzu, dass bei einer Störung dieses Prozesses mit Gewalt reagiert werde. Als Reaktion darauf gab Ebrahim Azizi, Leiter der Nationalen Sicherheitskommission des iranischen Parlaments, eine formelle Warnung heraus, dass jede US-Einmischung in die strategische Wasserstraße eine Verletzung des Waffenstillstands darstellen würde.
Unterdessen erklärte der Präsident der Federal Reserve Bank von Minneapolis, Neel Kashkari, am Sonntag, dass ein andauernder Iran-Konflikt die Inflationsrisiken und wirtschaftlichen Schäden erhöhe. Zudem brachte Kashkari die Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen ins Spiel und verwies auf die Unsicherheit in allen Aspekten des Krieges. Dies stützt den Greenback weiter und unterstützt das Paar USD/JPY. Berichte, wonach die japanischen Behörden vermutlich um den 1. Mai herum intervenierten und etwa ¥5,4 Billionen (34,5 Milliarden US-Dollar) ausgaben, um die schwache heimische Währung zu stützen, könnten die Bären davon abhalten, neue Wetten auf den japanischen Yen (JPY) zu platzieren. Dies dürfte den Kurs des Währungspaares begrenzen.
Für den weiteren Verlauf sind am Montag keine relevanten, marktbewegenden Wirtschaftsdaten aus den USA zu erwarten, sodass der Dollar und das Paar USD/JPY von neuen Entwicklungen rund um die Nahost-Krise abhängig bleiben. Der oben genannte fundamentale Hintergrund macht es jedoch ratsam, auf starke Anschlusskäufe zu warten, bevor bestätigt wird, dass die Kassakurse ein kurzfristiges Tief gebildet haben, und um sich für eine bedeutende Aufwärtsbewegung zu positionieren.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.