AUD/USD gewinnt im frühen asiatischen Handel am Montag an Fahrt und notiert bei rund 0,7215. Der Australische Dollar (AUD) legt gegenüber dem US-Dollar (USD) leicht zu, da Händler eine Zinserhöhung der Reserve Bank of Australia (RBA) am Dienstag erwarten.
Nach Angaben von Reuters besteht eine fast 80%ige Wahrscheinlichkeit, dass die RBA am Dienstag die dritte Zinserhöhung in Folge vornimmt. Haupttreiber ist ein deutlicher Anstieg der Kerninflation im März, bedingt durch globale Energieschocks und Spannungen im Nahen Osten. Die australische Verbraucherpreisindex (VPI)-Inflation stieg im März auf 4,6% im Jahresvergleich. Obwohl die Zahl leicht unter der Prognose von 4,7% lag, bleibt sie deutlich über dem Zielbereich der Zentralbank.
Die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten könnten jedoch eine sichere Hafenwährung wie den Greenback stärken und dem Paar Gegenwind verleihen. US-Präsident Donald Trump sagte laut Bloomberg, die USA würden ab Montag beginnen, einige neutrale Schiffe, die im Persischen Golf eingeschlossen sind, durch die Straße von Hormus zu lotsen. Unterdessen erklärte ein iranischer Beamter, dass jede US-Intervention im neuen maritimen Regime der Straße von Hormus als Verletzung des Waffenstillstands betrachtet werde.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.