Gold (XAU/USD) zeigt während der asiatischen Sitzung am Donnerstag unterhalb der psychologischen Marke von 4.500 USD eine gewisse Widerstandsfähigkeit und stoppt die nächtliche Abwärtsbewegung vom 100-Tage Simple Moving Average (SMA). Die Aufwärtsbewegung bleibt jedoch angesichts eines bullischen US-Dollars (USD) begrenzt. Zudem erfordern die breiteren fundamentalen Rahmenbedingungen Vorsicht, bevor man auf eine Ausweitung der soliden Erholung dieser Woche von einer technisch bedeutenden 200-Tage-SMA-Unterstützung bei rund 4.100 USD oder einem Viermonatstief setzt.
Trotz der Waffenstillstands-Rhetorik des US-Präsidenten Donald Trump hat der Iran öffentlich Verhandlungen bestritten und erklärt, dass es keine Chance auf eine Einigung zwischen den beiden Gegnern gebe. Darüber hinaus lehnte der Iran einen 15-Punkte-Waffenstillstandsvorschlag der USA ab und hat Berichten zufolge umfassende Forderungen gestellt, um den sich ausweitenden Nahost-Konflikt zu beenden. Abgesehen davon erhöht die Entsendung zusätzlicher US-Truppen in die Region das Risiko einer weiteren Eskalation des Konflikts, was den Status des USD als globale Reservewährung weiterhin stützt und somit die Aufwärtsbewegung beim Gold begrenzt.
Unterdessen bleibt die Energieinfrastruktur im Iran unter Druck. Hinzu kommt, dass die faktische Schließung der Straße von Hormus als Rückenwind für die Rohölpreise wirkt, Inflationssorgen schürt und die Wetten auf eine hawkische Haltung großer Zentralbanken, einschließlich der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), verstärkt. Tatsächlich haben Händler die Möglichkeit weiterer Zinssenkungen durch die Fed nahezu ausgeschlossen und erhöhen schnell die Wetten auf eine Zinserhöhung bis Ende dieses Jahres. Dies löst eine neue Aufwärtsbewegung bei den Renditen von US-Staatsanleihen aus, die den USD weiter stützen und den zinslosen Goldpreis unter Druck halten.
Händler scheinen jedoch zögerlich, aggressive richtungsweisende Wetten einzugehen, und könnten abwarten, wie sich der laufende Konflikt im Nahen Osten weiterentwickelt. Dennoch bleibt der Goldpreis sehr sensibel gegenüber geopolitischen Schlagzeilen, und die Volatilität dürfte angesichts von Spekulationen über eine mögliche US-Bodenoperation zur Einnahme des wichtigen iranischen Ölexport-Hubs auf der Insel Kharg erhöht bleiben.
Aus technischer Sicht ist die kurzfristige Tendenz leicht bärisch, da das XAU/USD-Paar unter dem 100-Tage-SMA bleibt, der die nächtliche Aufwärtsbewegung begrenzt hat, was auf eine Korrekturphase innerhalb eines breiteren Aufwärtstrends hindeutet. Hinzu kommt, dass der Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Indikator im negativen Bereich verbleibt, wobei die Linie unter ihrer Signallinie liegt, was das anhaltende Abwärtsmomentum verstärkt. Zudem pendelt der Relative Strength Index (RSI) nach einem Unterschreiten der 30er-Marke im niedrigen 30er-Bereich, was darauf hindeutet, dass der Abwärtsdruck dominiert, aber kurzfristige überverkaufte Bedingungen den Rückgang verlangsamen könnten.
Derweil fällt der 100-Tage-SMA mit dem 38,2%-Fibonacci-Retracement-Level des Rückgangs vom monatlichen Swing-Hoch zusammen und verstärkt damit eine wichtige Barriere. Ein Tagesschlusskurs über diesem Bereich würde den Weg zum 50,0%-Retracement-Level bei 4.770 USD öffnen, wo Verkäufer wieder auftauchen könnten. Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung nahe dem 23,6%-Fibo.-Retracement-Level bei 4.422 USD, vor dem jüngsten Swing-Tief bei 4.407 USD. Ein Durchbruch unter diese Zone würde die Region um 4.300 USD freilegen, während erst eine Erholung über 4.614 USD den aktuellen bärischen Ton zu schwächen beginnen würde.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.