Der Goldpreis (XAU/USD) erholt sich im frühen asiatischen Handel am Dienstag etwas und nähert sich der Marke von 4.440 USD. Das Edelmetall erholt sich von einem Tiefstand aus dem Jahr 2026 nahe 4.100 USD, nachdem US-Präsident Donald Trump beschlossen hatte, von seiner Drohung abzurücken, die Energieinfrastruktur Irans zu zerstören, was unmittelbare Inflationsängste reduzierte.
Bloomberg berichtete am späten Montag, dass Trump Iran eine fünf Tage dauernde Atempause anbiete und auf neue Gespräche mit Teheran setze, von denen er glaube, dass sie eine Einigung herbeiführen könnten, die den Konflikt löst. Die Kehrtwende erfolgte, nachdem Trump Iran bis Montagabend New Yorker Zeit Zeit gegeben hatte, die Straße von Hormus wieder zu öffnen.
Die Händler werden die Lage im Nahen Osten genau beobachten. Jegliche Anzeichen steigender Spannungen zwischen den USA und Iran könnten jedoch die Sorgen über Inflation und steigende Energiepreise anheizen. Dies könnte wiederum Verkaufsdruck auf das gelbe Metall ausüben.
„Die Aussicht auf höhere Zinssätze infolge des Krieges könnte bei Investoren die Nachfrage nach Staatsanleihen steigern, zulasten der nicht verzinslichen Edelmetalle“, erklärten Marktstrategen gegenüber CNBC.
Die offiziellen Goldreserven Chinas haben mit 2.309 Tonnen einen Rekord erreicht, nachdem die People's Bank of China (PBoC) 16 Monate in Folge Gold gekauft hat. Es ist erwähnenswert, dass eine höhere Nachfrage aus China den Goldpreis anheben könnte, da China der weltweit größte Produzent von Edelmetallen ist.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.