Der Goldpreis (XAU/USD) stürzt während der frühen asiatischen Sitzung am Montag auf etwa 4.980 USD. Das Edelmetall sieht sich trotz intensiver geopolitischer Konflikte im Nahen Osten einem Verkaufsdruck gegenüber. Händler werden die Entwicklungen rund um den US-Israel-Krieg mit dem Iran genau beobachten.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump erklärte, dass sie erwarten, dass der Konflikt im Iran innerhalb von Wochen oder "früher" zu Ende geht. In der Zwischenzeit stellte das israelische Militär fest, dass es plant, seine Kampagne mindestens drei weitere Wochen fortzusetzen.
Am Wochenende zielten US-Truppen auf jeden Militärstandort auf der Kharg-Insel, einem wichtigen iranischen Öl-Exportzentrum. Der Iran hat gedroht, gegen alle mit den USA verbundenen Öleinrichtungen in der Region zu reagieren.
Obwohl allgemein erwartet wird, dass Kriege den Goldpreis in die Höhe treiben, haben die derzeit wachsenden Spannungen zu einem Anstieg der Ölpreise geführt. Dies hat wiederum Bedenken hinsichtlich der Inflation geschürt und die Märkte glauben lassen, dass die US-Notenbank (Fed) die Zinssenkungen verzögern wird, was negativ für zinsloses Gold ist.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.