USD/CAD setzte seine Gewinne den dritten Tag in Folge fort und notierte während der asiatischen Handelsstunden am Freitag um 1,3840. Das Paar legt zu, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) aufgrund niedrigerer Ölpreise unter Druck steht.
Allerdings könnten sich die Rohölpreise wieder erholen, da der eskalierende Konflikt zwischen den USA und dem Iran die Sorgen über anhaltende Unterbrechungen der weltweiten Energieversorgung geschürt hat. Top-US-Beamte sollen Präsident Donald Trump gewarnt haben, dass der Krieg bis zum Ende seiner Amtszeit, die im Januar 2029 endet, andauern könnte.
Unterdessen sollen die iranischen Führer trotz steigender wirtschaftlicher Kosten entschlossen sein, den Kampf fortzusetzen, da sie den Konflikt als existentielle Bedrohung ansehen. Sie behaupten zudem, dass Teheran seine Raketenfähigkeiten wieder aufgebaut habe und die Angriffe auf US- und Golf-Vermögenswerte intensivieren könnte, falls Washington seine eigenen Angriffe eskaliert.
Strategen bei Scotiabank beobachten, dass sich die Zins- und Kredit-„Spreads“ bislang relativ stabil gehalten haben, warnen jedoch, dass sie „in den nächsten Tagen etwas volatiler werden könnten, da die Märkte auf die US-Inflationsdaten reagieren.“ Sie heben zudem hervor, dass „ein festerer Rohölpreis (und allgemein festere Rohstoffe) die kanadischen Terms of Trade zusätzlich stützen“, eine Unterstützung, die ihrer Ansicht nach „im CAD derzeit vielleicht nicht vollständig eingepreist ist.“
Das US Bureau of Labor Statistics (BLS) meldete am Donnerstag, dass der Erzeugerpreisindex (EPI) im August im Jahresvergleich um 5,4% gestiegen ist, nach 4,8% im Juli. Damit fiel der Wert höher aus als von Analysten erwartete 5,3%.
Auf Monatsbasis stieg der Gesamt-EPI im August um 0,4% und entsprach damit dem Marktkonsens. Der Kern-EPI legte unterdessen um 0,2% zu und fiel damit etwas schwächer aus als zunächst prognostiziert.
Händler haben sich weitgehend an die Seitenlinie begeben und halten sich vor dem wichtigen US-Verbraucherpreisindex (VPI)-Inflationsbericht zurück, der später am Freitag veröffentlicht werden soll.
Strategen bei Scotiabank beobachten, dass der Dollar vor wichtigen US-Veröffentlichungen mit einem leicht positiven Ton gehandelt wird, und merken an, dass „der USD gegenüber den G10-Währungen erneut gemischt bis leicht fester tendiert, während die Händler auf die heutigen Daten warten.“ Die Bank sieht die jüngsten Bewegungen eher als vorsichtige Konsolidierung vor den Daten denn als entscheidende Trendwende, da die Anleger vor der nächsten Runde von US-Inflationssignalen nur ungern starke Richtungspositionen eingehen.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.